Fischsterben Farmsen Teich Anglerverein

Dutzende Kadaver wurden mit einem Boot aus dem Teich geholt. Foto: Anglerverein Alster

Trauriger Grund: Dutzende Fische treiben tot auf Hamburger Teich

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Im Osten Hamburgs bot sich den Mitgliedern des „Anglerverein Alster“ an den vergangenen Tagen ein trauriger Anblick. Nach dem Ende der Frostperiode trieben plötzlich zahlreiche große Fische tot an der Oberfläche ihres gepachteten Teiches – und der Grund dafür könnte ausgerechnet mit Winterspaziergängen zu tun haben.

Betroffen ist ein kleines Gewässer zwischen Tegelweg und Ebeersreye im Stadtteil Farmsen. Dort leben normalerweise bis zu 160 Fische. Nachdem das Eis der vergangenen Wochen geschmolzen war, entdeckten Vereinsmitglieder jedoch ein massives Fischsterben. Wie der Vorsitzende Felix Nanns der MOPO mitteilte, sind etwa 70 bis 80 Prozent des Bestands verendet – darunter große Karpfen mit bis zu 17 oder 18 Kilogramm Gewicht, die schon seit vielen Jahren im Teich lebten.

Fische in Teich verendet: Rettungsversuche im Vorfeld brachten nichts ein

Der Verein sieht einen Zusammenhang mit Spaziergängern, die im Winter auf der Eisfläche unterwegs waren. In dem vergleichsweise kleinen Teich hätten die Fische während der Frostperiode nur wenige ruhige Bereiche unter dem Eis gehabt. Bewegungen auf der Oberfläche übertragen sich nach unten ins Wasser und können die Tiere aufschrecken. Dadurch verbrauchen sie mehr Sauerstoff – der im Winter ohnehin knapp ist, weil durch die geschlossene und mit Schnee bedeckte Eisdecke weniger Licht ins Wasser gelangt.

Mitglieder des Vereins versuchten nach eigenen Angaben mehrfach, Menschen vom Betreten der Eisfläche abzuhalten. Teilweise hätten sie sogar Löcher ins Eis geschlagen, damit mehr Licht ins Wasser gelangen kann. Dennoch seien viele Spaziergänger weiter über den zugefrorenen Teich gelaufen. Eine Beschilderung mit Warnhinweisen existiere aktuell bisher nicht, so Nanns. Man habe gehofft, dass man dort unbürokratisch auf die Gefahr hinweisen könne, doch das gestalte sich dann doch nicht als so einfach.

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In den vergangenen Tagen wurden die toten Tiere von den Mitgliedern mit Booten eingesammelt. Insgesamt sind mehr als 100 Fische verendet. Diese mussten schnell in Tonnen verbracht werden, da der Verwesungsgeruch schon sehr stark war, wie Nanns berichtete. Die Kadaver wurden dann vom Abdecker abgeholt und entsorgt.

Der Verein mit seinen gut 500 Mitgliedern plant nun, das Gewässer wieder neu zu besetzen, und ist bereits mit Fischhändlern im Gespräch. Gleichzeitig hofft man, dass künftig mehr Menschen über die Folgen ihres Verhaltens nachdenken. Viele wüssten schlicht nicht, welchen Schaden sie anrichten können, wenn sie im Winter über zugefrorene Teiche laufen.

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