Toter an der Lombardsbrücke: 59-Jähriger war engagiert beim Hamburger Gabenzaun
Er lebte auf der Straße – und war trotzdem einer, auf den andere sich verließen. Der Mann, der vor knapp einer Woche tot in einem Zelt an der Lombardsbrücke gefunden wurde, gehörte zum Hamburger Gabenzaun: als Helfer, als stiller Anker. Jetzt trauert der Verein um sein Mitglied.
Vor knapp einer Woche machten Passanten auf der Lombardsbrücke einen schrecklichen Fund. In einem Zelt lag ein regungsloser 59-Jähriger, der von dem gerufenen Notarzt nur noch für tot erklärt werden konnte. Jetzt stellt sich heraus: Der Mann war Teil des Hamburger Gabenzauns. Der Verein bietet Obdach- und Wohnungslosen Hilfe an und ist besonders in der Umgebung des Hauptbahnhofs aktiv.
„Es gibt Menschen, die leise Teil eines Teams werden – und irgendwann so selbstverständlich dazugehören, dass man sich ein Miteinander ohne sie kaum vorstellen kann. Einer von ihnen war er“, so postet es der Verein auf Instagram.
Verein: „Ein Mensch, der wenig verlangt und viel gab.“
Der Obdachlose war Mitglied im Gabenzaun e.V., während er selbst auf der Straße lebte. Er sei hilfsbereit und tatkräftig dabei gewesen. Wäre als Erster gekommen und als Letzter gegangen. „Was für andere Arbeit war, war für ihn Halt.“
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter hätten ihn als bescheiden, ruhig, zuverlässig und hilfsbereit beschrieben. Die Leute, die ihn näher kennenlernten, erlebten seinen leisen Humor. Für viele sei er ein fester Bestandteil und Ankerpunkt am Gabenzaun gewesen. „Er wird fehlen. Und doch bleibt er – in unseren Erinnerungen und in allem, was er gegeben hat. Ein Mensch der wenig verlangte und viel gab.“
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Ursprünglich wurde der Zaun am Heidi-Kabel-Platz gebaut, um Obdachlose fernzuhalten. Seit Januar 2017 dient er der Unterstützung derer, die auf Hilfe angewiesen sind. Betroffene dürfen hier nicht nur Sachspenden entgegennehmen, sondern können sich mit anderen Menschen austauschen, werden von Vereinsmitgliedern beraten oder mit Speisen und Getränken versorgt.
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