Tote Hamburger Familie: Istanbul reagiert mit stark umstrittener Maßnahme
Der Tod der Hamburger Familie in Istanbul hat viele Menschen schockiert. Die Behörden im Land stehen unter Druck – und ordnen stark umstrittene Maßnahmen an.
In Reaktion auf den Tod der Hamburger Familie in Istanbul haben Behörden 24-Stunden-Überwachung für Betriebe angeordnet. Alle Unternehmen seien verpflichtet, Tag und Nacht Audio- und Videoaufnahmen zu machen und diese 30 Tage lang aufzubewahren, teilte das Gouverneursamt der Provinz Istanbul nach einem Treffen zu mehr „Lebensmittelsicherheit” mit. Ob sich die Regel nur auf Betriebe bezieht, die mit Lebensmitteln arbeiten, ging nicht zweifelsfrei aus der Erklärung hervor. Zudem sollen etwa Straßenhändler vermehrt kontrolliert und Unternehmen im Bereich der Schädlingsbekämpfung überprüft werden.
Tote Familie: Istanbul ordnet 24-Stunden-Überwachung von Betrieben an
Vater, Mutter, der fünf Jahre alte Sohn und die drei Jahre alte Tochter waren vor mehr als einer Woche nach Istanbul gereist. Einem vorläufigen Bericht der Gerichtsmedizin zufolge soll die Hamburger Familie vorrangig durch eine chemische Vergiftung im Hotel gestorben sein, berichtete der Staatssender TRT unter Berufung auf das nicht abschließende Dokument. Die Wahrscheinlichkeit einer Lebensmittelvergiftung werde als gering eingestuft. Die Untersuchungen sind noch nicht final abgeschlossen.
Vergiftet? Hamburger Vater in Türkei beigesetzt
Tagelang hatte der Verdacht einer Lebensmittelvergiftung Medienberichte dominiert. Auch sind weiterhin vier Menschen verhaftet, die von der Familie konsumierte Lebensmittel verkauft oder hergestellt haben sollen. Eine Vergiftung durch Chemikalien könnte durch eine Bekämpfung von Ungeziefer im Hotel der Familie entstanden sein. Auch in dem Zusammenhang gab es Festnahmen.
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Der Fall löste in Deutschland und der Türkei große Bestürzung aus. Zunächst waren die Mutter und die beiden kleinen Kinder gestorben, am Montag meldeten die Behörden auch den Tod des Vaters, nachdem er tagelang auf der Intensivstation behandelt worden war. Sie wurden in der westtürkischen Provinz Afyonkarahisar beerdigt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. An der Trauerfeier nahmen Verwandte der Hamburger Familie teil, die aus der Türkei stammt. (dpa)
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