Hamburg
Top-Rösterei endgültig am Ende – das sind die Gründe
„Torrefaktum“ gehörte zu den besten Adressen für Feinschmecker-Kaffee in Deutschland. Nun ist das kleine Unternehmen Geschichte.
Noch in der vergangenen Woche gab es Hoffnung auf ein Happy End – doch die ist nun zerbrochen: Die Hamburger Kaffee-Rösterei „Torrefaktum“, einst als eine der besten Deutschlands ausgezeichnet, ist nach 17 Jahren dicht.
Mitte April hatte das kleine Unternehmen, seit Jahren ein Tipp unter Kaffee-Kennern, Insolvenz angemeldet. Noch vor rund vier Wochen hatte sich Inhaber Gerhard-Joachim von Plotho zuversichtlich gezeigt, einen Käufer für seine Firma zu finden. Doch seit der vergangenen Woche ist der Traum vorbei.
„Es ist leider nicht gelungen, eine Lösung zum Erhalt des gesamten Betriebes zu finden“, erklärte der Hamburger Insolvenzverwalter Thilo Streck dem „Abendblatt“, das zuerst berichtete. Die mehr als 20 Mitarbeiter sind nun arbeitslos, die drei Cafés in Ottensen, Bahrenfeld und der Altstadt geschlossen.
„Torrefaktum“-Insolvenz: Auslöser war Rückzahlung von Corona-Hilfen
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Ausgangspunkt für die Insolvenz war die Rückzahlung von Corona-Hilfen in Höhe von fast 200.000 Euro, so von Plotho, der die 2013 gegründete Firma im März 2025 übernommen hatte. Ende April sei das Geld fällig gewesen – das habe er dem Bericht zufolge aber nicht zahlen können. Daher habe er sich Monate vor Ablauf der Zahlungsfrist an die Behörden gewandt, aber erst zu spät eine Antwort erhalten. Um sich nicht der Insolvenzverschleppung strafbar zu machen, zog der Eigentümer schließlich die Reißleine und meldete Insolvenz an.
Ein weiterer Faktor waren laut Insolvenzverwalter Streck die gestiegenen Kaffeepreise. Von Plotho führt auch die hohe Miete, insbesondere für den Standort am Speersort, als Grund an. Ohne eine niedrigere Miete hätte der Betrieb weiterhin Verlust gemacht. Dem einzigen Kaufinteressenten für „Torrefaktum“ sei es nicht gelungen, mit den Vermietern der Standorte bessere Konditionen auszuhandeln. Resultat war das Aus nach 17 Jahren Feinschmecker-Kaffee.
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