Die schwimmende Bühne der ZDF-Silvestershow in Hamburg.

Die schwimmende Bühne der ZDF-Silvestershow in Hamburg. Foto: Morgenwelt

Top oder Flop? So lief die ZDF-Silvesterparty

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Deutlich weniger Besucher als in Berlin, Häme im Netz – aber auch Tanzlaune vor Ort und ein prächtiges Feuerwerk über der Elbe: Die ZDF-Silvesterparty gab es zum Jahreswechsel das erste Mal in Hamburg. Das Fazit? Kommt drauf an, wen man fragt!

Hamburger Hafen statt Brandenburger Tor: Zum Jahreswechsel fand die traditionelle ZDF-Silvesterparty dieses Mal in Hamburg statt – samt schwimmender Open-Air-Bühne auf der Elbe vor dem Westfield Einkaufszentrum. Berlin hatte es satt, die Show finanziell zu bezuschussen. Doch während in der Hauptstadt letztes Jahr noch rund 65.000 Menschen zur Riesen-Sause vor dem Brandenburger Tor pilgerten, blieb es in Hamburg nun mit nur rund 9000 Gästen ziemlich überschaubar.

Silvester in Hamburg: Darüber wurde im Netz gespottet

Das Programm war ZDF-typisch: Die Moderatoren Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner begrüßten bei der Live-Übertragung unter anderem Johannes Oerding, Michael Patrick Kelly, Kerstin Ott, die britische Boygroup Blue, die österreichische Band Wanda, DJ Felix Jaehn, ATC, Jenny von Ace of Base und die Lokalmatadoren Lotto King Karl und den Shantychor De Tampentrekker, bekannt aus „Inas Nacht”.

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Für Lokalkolorit sorgten auch Live-Schaltungen auf die Reeperbahn und an die Landungsbrücken. Co-Host Oli.P begrüßte auf Hamburgs sündiger Meile unter anderem Freunde von Dragqueen Olivia Jones. Auf dem Museumsschiff Rickmer Rickmers unterhielt er sich mit „Notruf Hafenkante”-Darsteller Marc Barthel, doch die Verbindung wurde wegen technischer Probleme abgebrochen. Auch eine Schalte in das Miniatur Wunderland – die größte Modelleisenbahn der Welt – stand auf dem Programm. 

Das Fazit? Rund 9000 Besucher kamen zur Hamburger ZDF-Sause. Der Sender hatte im Vorweg 10.000 erwartet, 12.000 waren auf dem Chicagokai genehmigt worden. Auch auf den Bildschirmen zu Hause sah es nicht gerade nach einer riesigen Party aus. Prompt gab es reichlich Häme im Netz: „Viel Platz zu sehen”, spottet ein User auf der Plattform X. Ein anderer sagt ironisch: „Hier sind ja mindestens 1.000 Zuschauer anwesend. Wow.”

ZDF-Silvestersause: So bewerten die MOPO-Leser

Auch MOPO-Leser sind kritisch: Bei unserer Umfrage hatten am Neujahr schon mehr als 5300 Menschen mitgemacht – und mit 40 Prozent sagt der Großteil: „Das war nix.” 30 Prozent haben die Show gar nicht erst verfolgt. Nur 14 Prozent fanden die Show gut, und 16 Prozent sagen immerhin: „Tapfere Leistung bei dem Schietwetter.”

Anna (28), Lea (28), Jonas (27) und Stephanie (25) aus Hamburg trotzen dem Regen mit ihren Ponchos. „Wir sind das Hamburger Wetter von Festivals gewohnt.“ Tessa Mallon
Anna (28), Lea (28), Jonas (27) und Stephanie (25) aus Hamburg trotzen dem Regen mit ihren Ponchos. „Wir sind das Hamburger Wetter von Festivals gewohnt.“
Anna (28), Lea (28), Jonas (27) und Stephanie (25) aus Hamburg trotzen dem Regen mit ihren Ponchos. „Wir sind das Hamburger Wetter von Festivals gewohnt.“

Zugegeben: Grau-nass und teils strömender Regen luden nicht gerade zum Feiern im Freien ein. Auch, dass es nur drei Monate zur Vorbereitung gab, hat den Veranstaltern Planung und Werbung erschwert. Schließlich erteilte die Stadt Berlin erst im September die Absage. Im Unterschied zur Hauptstadt kostete die Party hier in Hamburg zudem Eintritt.

Jahreswechsel: Neue Tradition in Hamburg?

Die Veranstalter ziehen trotzdem eine positive Bilanz. Sie betonen eine friedliche Stimmung und dass es sich um eine Premiere in Hamburg handelte. Ihren Angaben nach hat die ZDF-Show vor dem Fernseher überzeugt: Sie soll der Sieger unter den Silvestershows gewesen sein und bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern für einen Marktanteil von 21,8 Prozent gesorgt haben. „Wir sind mit der Veranstaltung mehr als zufrieden”, sagt Veranstalter Björn Hansen von der Hamburger Agentur Morgenwelt der MOPO. „In sehr kurzer Zeit ist enorm viel Arbeit in das Projekt geflossen.” Einige Rahmenbedingungen wie das Wetter ließen sich nicht beeinflussen. „Gerade deshalb blicken wir optimistisch nach vorn und würden uns freuen, beim nächsten Mal mit etwas mehr Vorlauf anknüpfen zu können.”

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Und immerhin: Viele der Feiernden vor Ort hatten offenbar Spaß, berichtet unsere MOPO-Reporterin von vor Ort. Trotz Technik-Schluckauf und teilweiser Sichtprobleme auf die Bühne. Das Feuerwerk, das von Schleppern über der Elbe angefeuert wurde, war spektakulär – auch wenn einige es mit vier Minuten als zu kurz empfunden haben. Die Stimmung war entspannt. Und immerhin ein Verkehrsinfarkt auf dem Weg zur Party blieb aus.

Feuerwerk über der schwimmenden Bühne. Morgenwelt
Feuerwerk über der schwimmenden Bühne.
Feuerwerk über der schwimmenden Bühne.

Nächstes Jahr also wieder in Hamburg? Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) würde sich jedenfalls freuen, „wenn daraus eine neue Tradition entsteht”, sagte er vorab. Ob das klappt, hänge von zwei Faktoren ab, so Hansen zur MOPO: „Zuerst muss das ZDF entscheiden, ob es die Sendung wieder aus Hamburg machen möchte. Und dann braucht es das klare Ja der Stadt.”

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