TikTok, Insta… Nyzzu? Hamburger Gründer wollen Branchenriesen Konkurrenz machen
TikTok, Snapchat, Instagram, Facebook – viele Eltern steigen da nicht mehr durch. Mit fatalen Folgen: Jedes vierte Kind in Deutschland zeigt eine riskante oder krankhafte Nutzung von sozialen Medien. 4,7 Prozent gelten als abhängig. Die Zahlen einer aktuellen Studie der DAK und des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) sind alarmierend. „Große Plattformen setzen immer stärker auf manipulative Mechanismen, um Nutzer:innen möglichst lange an den Bildschirm zu fesseln“, sagt Nina Lindenblatt (45). Um das zu ändern, hat sie gemeinsam mit Kai Afflerbach (53) die Social-Media-App NYZZU entwickelt. Mit einem großen Ziel: Das Hamburger Gründer-Duo will es mit den Branchenriesen Facebook, Instagram und TikTok aufnehmen.
Es war die eigene Leidensgeschichte, die Nina Lindenblatt und ihren Bekannten Kai Afflerbach auf die Idee brachte, eine Social-Media-App zu entwickeln. Als ihre Kinder das erste Handy bekamen, stellten sie fest, dass es keine App gibt, die sie guten Gewissens erlauben können. „Nie zuvor war Social Media so mächtig und gleichzeitig so zerstörerisch. Algorithmen diktieren, was wir sehen, treiben uns in immer engere Filterblasen und zwingen uns zum permanenten Vergleich mit vermeintlichen Idealbildern“, sagt Nina Lindenblatt. Kinder und Jugendliche würden sich in einer Scheinwelt voller Likes und psychischem Druck verlieren. Das wollen die beiden Gründer mit ihrer neuen Social Media App NYZZU ändern. „Social Media ist nicht per se schlecht – aber die Art, wie wir es heute nutzen, macht uns krank“, sagt Nina Lindenblatt.
„Wir sind überzeugt davon, dass NYZZU die sozialen Medien revolutionieren wird“
Ziel ist es, ein digitales Netzwerk zu bieten, das Menschen jeden Alters miteinander verbindet. „Weil nichts algorithmisch gesteuert wird, bleibt die Atmosphäre entspannt und frei von Suchtmechanismen.“ Zudem setze NYZZU auf „Safety by Design“ – alles sei standardmäßig auf Sicherheit und Privatsphäre ausgerichtet. Es werden keine Daten an Dritte weitergegeben und nur, wer zu den eigenen Kontakten gehört, sieht was gepostet wird. Zudem ist eine Vernetzung nur dann möglich, wenn sich zwei Personen bereits kennen und sich gegenseitig in ihren Handykontakten abgespeichert haben. Fremde haben keine Möglichkeit Kontakt aufzunehmen oder ins eigene Netzwerk zu gelangen.
Die Gründer sind überzeugt davon, dass sie es mit ihrer App mit den ganz Großen aufnehmen können. „Wir wissen, dass wir David gegen Goliath spielen, aber wir sind überzeugt davon, dass NYZZU die sozialen Medien revolutionieren wird, da soziale Netzwerke Menschen zusammenbringen und nicht durch Filterblasen spalten sollten“, sagt Kai Afflerbach. Bis dahin wird es wohl aber noch etwas dauern. Bisher gibt es etwa 1000 User. Die Social-Media-App ist zwar bereits im Sommer 2024 an den Start gegangen, aber gerade erst wurde begonnen, NYZZU sichtbar zu machen und zu bewerben.
Pilotprojekt „Digital Smart @ School“ gestartet
Kürzlich wurde das Gründer-Duo auf einen Kongress eingeladen, um die App vorzustellen. Auf der Bühne: Google und NYZZU. „Wir werden schon wahrgenommen als Herausforderer. Und das ist gut so. Für uns ist das eine Herzensangelegenheit. Wir machen es aus Überzeugung“, sagt Kai Afflerbach.
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Aktuell starten die Gründer das Pilotprojekt „Digital Smart @ School“ mit dem Kinderschutzbund Stade, um digitale Bildung an Schulen zu bringen und das Thema Social-Media-Nutzung zu begleiten. In Workshops werden Lehrkräfte fit gemacht, um Themen wie Datenschutz, Fake News und Cybermobbing zu besprechen. Schüler:innen lernen, wie sie sich online präsentieren und gleichzeitig ihre Privatsphäre schützen können.