Die Fassaden mehrerer Gründerzeithäuser in Hamburg-Harvestehude.

Die Fassaden mehrerer Gründerzeithäuser in Hamburg-Harvestehude. Foto: picture alliance/dpa/Christian Charisius

Teuer und auf Zeit: In diesem Stadtteil ist jedes dritte Wohnungsangebot möbliert

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Wer in Eimsbüttel eine Wohnung sucht, stößt besonders häufig auf möblierte oder befristete Angebote: Laut der neuen Studie „Flexibles Wohnen in Hamburg“ trifft das dort auf 29 Prozent aller inserierten Wohnungen zu – also fast jede dritte.

Auch auf St. Pauli (27 Prozent) und Rotherbaum (25 Prozent) ist der Anteil auffällig hoch. Hamburgweit ist dieses Segment stark gewachsen: 2014 lag der Anteil solcher Angebote auf Immobilienportalen noch bei 3,5 Prozent, 2023 waren es bereits 17,9 Prozent. Damit liegt Hamburg deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 11,9 Prozent. Zunächst hatte das „Abendblatt“ über die Studie berichtet.

Hamburg: Möbliertes Wohnen besonders in zentralen Stadtteilen

Die Untersuchung wurde von der Stadtentwicklungsbehörde in Auftrag gegeben und gilt nach Angaben der Behörde als erste umfangreiche Bestandsaufnahme dieser Art in Deutschland. Zum „flexiblen Wohnen“ zählen möblierte Wohnungen, befristete Mietangebote, kurzfristige Untervermietungen und sogenannte Serviced Apartments. Besonders betroffen sind zentrale, gut angebundene Stadtteile, die auch bei Studierenden, Azubis, Berufseinsteigern und Pendlern beliebt sind.


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Für Wohnungssuchende ist das vor allem deshalb relevant, weil viele offenbar nicht freiwillig in möblierte Wohnungen ziehen: Laut Studie wollte rund ein Drittel eigentlich unmöbliert wohnen, fand aber auf dem regulären Markt keine passende Alternative. Möblierte Wohnungen sind zudem deutlich teurer: Im Schnitt liegen die Nettokaltmieten rund sechs Euro pro Quadratmeter höher als bei unmöblierten Angeboten.

Studie zu Hamburgs Wohnungen: Der Eindruck täuscht

Die Studie relativiert allerdings auch den Eindruck eines massenhaften Umbaus des Wohnungsmarkts: Im tatsächlichen Wohnungsbestand liegt der Anteil solcher Angebote in den betroffenen Stadtteilen meist nur bei rund einem Prozent. Am höchsten ist er in Rotherbaum mit 1,3 Prozent, gefolgt von Eimsbüttel mit 1,2 Prozent, Uhlenhorst mit 1,1 Prozent und St. Pauli mit 0,9 Prozent. Der hohe Anteil auf Portalen entsteht auch, weil solche Wohnungen wegen kurzer Mietzeiten häufiger neu inseriert werden.

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Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) betont zwar, solche Wohnformen seien nicht grundsätzlich schlecht, weil es dafür einen Bedarf gebe. „Doch es sind vor allem die teils sehr hohen Mieten, die an der Mietpreisbremse vorbei zustande kommen und die dafür sorgen, dass viele Angebote zu hohen Belastungen für viele – insbesondere jüngere – Wohnungssuchende führen.” Das bisherige Mietrecht habe offensichtlich Lücken.

Die Grafik zeigt die Anzahl der registrierten Angebote für möblierte Mietwohnungen in Hamburg nach Stadtteilen. Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Die Grafik zeigt die Anzahl der registrierten Angebote für möblierte Mietwohnungen in Hamburg nach Stadtteilen.
Die Grafik zeigt die Anzahl der registrierten Angebote für möblierte Mietwohnungen in Hamburg nach Stadtteilen.

Hamburg unterstützt deshalb die geplanten Änderungen der Bundesregierung im Mietrecht. Kurzzeitmietverträge sollen künftig grundsätzlich auf maximal sechs Monate begrenzt werden, in bestimmten Fällen auf bis zu acht Monate. Außerdem sollen Vermieter bei möblierten Wohnungen den Möblierungszuschlag gesondert ausweisen müssen. Er soll sich am Zeitwert der Möbel orientieren und angemessen sein; bei voll möblierten Wohnungen soll eine Pauschale von zehn Prozent der Nettokaltmiete möglich sein. So soll transparenter werden, ob die Mietpreisbremse eingehalten wird. Der Mieterverein zu Hamburg hält die Pläne allerdings für nicht ausreichend und fordert weitergehende Rechte für Mieter. (nf)

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