Termine fallen aus, Container und Lkw stauen sich: So hart trifft der Streik Hamburg
Seit Montag gibt es in Hamburg Streiks. Die Gewerkschaft Verdi setzt auf Schwerpunktstreiks in besonders sensiblen Bereichen – und das kurz vor der dritten Verhandlungsrunde. Die Folgen sind spürbar.
Seit Tagen werden im Hamburger Hafen keine Container mit tierischen Importen abgefertigt. Das zuständige Veterinär- und Einfuhramt im Hamburger Hafen hat die Arbeit niedergelegt. Rund 600 Lkw stauten sich nach Angaben von Verdi bis Donnerstag an. Das führt zu Verzögerungen in den Lieferketten. Die Folge: In den kommenden Tagen könnten frischer Fisch und Fleisch in Supermärkten knapp werden, so die Gewerkschaft.
Auch beim Technischen Dienst der Hamburger Feuerwehr zeigen sich laut Verdi die Folgen des Ausstands: Wartung und Instandhaltung von Fahrzeugen und Geräten verzögern sich, die Beschäftigten streiken bereits seit vier Tagen. Nun müssen Fremdfirmen einspringen, was Kosten verursacht.
Folgen des Streiks: hoher Wasserstand, Lieferketten stocken, Terminausfälle
Der erhöhte Wasserstand der Alster steht ebenfalls im Zusammenhang mit den Streiks: An den Schleusen im Alster- und Billerevier wird ebenfalls seit Wochenbeginn gestreikt. Zudem unterbricht der Ausstand seit Montag eine wichtige Lieferkette im Billerevier. Das US-Unternehmen Ingredion wartet laut Verdi seit Tagen auf eine wichtige Lieferung. Ein Notdienst stellt sicher, dass Polizei- und Feuerwehrboote weiterhin die Schleusen passieren können.

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Einschränkungen melden auch die Standorte von „Hamburg Service vor Ort“ in Barmbek, Eimsbüttel und in der Innenstadt: Bis zu 80 Prozent der Termine fallen aus.
Landesvorsitzender von Verdi Hamburg: Schwerpunktstreiks zeigen Wirkung
Ole Borgard, stellvertretender Landesvorsitzender von Verdi Hamburg, äußerte sich zu den Auswirkungen: „Mit unserer Schwerpunkt-Strategie setzen wir neben großen Kundgebungen gezielt dort an, wo Arbeitsausfälle wirtschaftlich spürbar sind.” Er ergänzt: „Die Schwerpunktstreiks in Hamburg zeigen Wirkung.”
Die Gewerkschaft fordert unter anderem sieben Prozent mehr Entgelt – mindestens 300 Euro monatlich – sowie bessere Bedingungen für Nachwuchs- und studentisch Beschäftigte. Nach zwei Verhandlungsrunden liege weiterhin kein verhandlungsfähiger Vorschlag der Tarifgemeinschaft deutscher Länder vor.
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Die nächste Eskalationsstufe ist bereits angekündigt: Für kommenden Dienstag, einen Tag vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde, ruft Verdi Hamburg erneut alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zum Warnstreik auf. Eine Kundgebung in der Innenstadt ist geplant. (mp)
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