Streik

Die Streikenden ziehen am Bahnhof Dammtor vorbei. Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Tausende bei Streikdemo in Hamburg – so will Verdi jetzt den Druck erhöhen

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Sieben Prozent mehr Geld, zumindest aber 300 Euro, fordern die Gewerkschaften für den öffentlichen Dienst der Länder. Für die Arbeitgeber ist das zu viel. Der nächste Streiktag steht schon.

Beschäftigte aus ganz Norddeutschland sind am Donnerstag in Hamburg zum „Streiktag Bildung“ auf die Straße gegangen. Zu dem bundesweiten Warnstreik hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen. Zentrale Veranstaltungen waren neben Hamburg auch in Berlin, Köln, Leipzig und Mannheim geplant. Ein weiterer Streik wird folgen.

Streikdemo in Hamburg: Darum geht es

Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder. Die Gewerkschaften fordern unter anderem Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich aber mindestens 300 Euro mehr.

Nach Gewerkschaftsangaben nahmen an der Demonstration in Hamburg auch Beschäftigte aus Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein teil. Insgesamt hätten sich 2500 Beschäftigte beteiligt, sagte ein GEW-Sprecher. 

Nur mit besseren Bedingungen in der Bildung gebe es auch gute Bildung für alle, sagte der Hamburger GEW-Vorsitzende Sven Quiring. Dafür brauche es attraktive Arbeitsplätze. „Und dazu gehören auch attraktive Gehälter“

Behörde: Auswirkungen des Streiks gering 

Die Auswirkungen des Warnstreiks hielten sich in Hamburg laut Schulbehörde in Grenzen. So seien der Behörde 334 Streikteilnahmen gemeldet worden. „Davon 250 pädagogisch-therapeutisches Fachpersonal, 60 Lehrkräfte, 11 Angehörige des nichtpädagogischen Personals an Schule sowie 13 Beschäftigte der Ämter und Dienststellen“, sagte ein Sprecher. 

Das entspreche 0,3 Prozent der Lehrkräfte und knapp 10 Prozent des pädagogisch-therapeutischen Fachpersonals. Allerdings sind auch rund 75 Prozent der Lehrkräfte in Deutschland verbeamtet – und dürfen daher gar nicht für mehr Gehalt auf die Straße gehen.

Gewerkschaften erhöhen Druck mit weiterem Streik

Der Demonstrationszug führte vom Dammtor-Bahnhof vor die Finanzbehörde am Gänsemarkt und zum Rathaus. Von dort aus ging es zurück zum Curiohaus an der Rothenbaumchaussee zur Streikversammlung.

Mit dem Warnstreik wollte die GEW den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar kein verbindliches Angebot vorgelegt. Die nächste Verhandlungsrunde in Potsdam ist am 11. Februar geplant.

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Diese will Verdi aber scheinbar nicht abwarten. Die Gewerkschaft ruft für nächsten Donnerstag, den 5. Februar, erneut zu einem Streik in Hamburg auf. Dieses Mal geht es den Veranstaltern speziell um die „Hamburg-Zulage“: „Wer für Hamburg arbeitet, muss auch in Hamburg leben können“, so Irene Hatzidimou, die stellvertretende Fachbereichsleiterin. Nach dem verhaltenen Effekt des ersten Streiks zieht Verdi die Daumenschrauben nun an. (dpa/mp)

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