Tarifstreit bei der Hochbahn geht weiter: „unredlich und dreist“
Die Hochbahn hat in der fünften Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft Verdi am Montag ein nach eigenen Angaben „verbessertes Angebot“ vorgelegt, auch die Gewerkschaft spricht von einem „Kompromissangebot“, das man vorgelegt habe. Bei einer zentralen Forderung liegen beide Seiten jedoch weiter weit auseinander.
Zusammenfassung:
- Die Hochbahn hat ein verbessertes Angebot in den Verhandlungen mit Verdi vorgelegt, aber eine zentrale Forderung ist noch strittig.
- Das Angebot der Hochbahn beinhaltet eine stufenweise Entgelterhöhung bis 2028 und eine Verkürzung der Arbeitszeit ab 2027.
- Verdi fordert eine höhere Entgelterhöhung und eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten, was von der Hochbahn abgelehnt wird.
Die Verhandlungen zwischen der Hochbahn und der Gewerkschaft Verdi sind auch am fünften Verhandlungstag ohne Ergebnis geblieben: Beide Seiten sprachen von jeweils verbesserten Angeboten, die man der Gegenseite gemacht habe.
Das Angebot der Hochbahn umfasst nun folgende Punkte: Rückwirkend zum 1. Januar 2026 steigen die Entgelte um 2,1 Prozent, aber mindestens um 90 Euro. In einem zweiten Schritt ab dem 1. Juli 2027 wird die Arbeitszeit – wie bereits 2024 vereinbart – um eine Stunde auf 37 Stunden pro Woche verkürzt, die Entgelte steigen um weitere 2,0 Prozent. Ab dem 1. Mai 2028 gibt es eine weitere Steigerung um 2,1 Prozent. Der neue Tarifvertrag soll nach dem Willen des Unternehmens bis zum 30. Juni 2028 laufen.
Verdi will eine Entgeltsteigerung von 3,4 Prozent (mindestens 150 Euro) durchsetzen, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Hochbahn lehnt von Verdi geforderte Laufzeit von zwölf Monaten ab
Die von Verdi geforderte Laufzeit lehnt die Hochbahn als „nicht akzeptabel“ ab: Man sei der Gewerkschaft bereits um sechs auf nun 30 Monate entgegengekommen, man wünsche sich, „dass Verdi sich ebenfalls bewegt“, so Saskia Heidenberger, Verhandlungsführerin auf Arbeitgeberseite. Verdi-Gewerkschaftssekretär Gabriel Arndt sagt dazu: „Bei einer derart volatilen Weltlage sind lange Laufzeiten, wie sie die Hochbahn vorschlägt, völlig inakzeptabel.“
Neben den oben genannten Hauptpunkten bietet die Hochbahn derzeit Folgendes an:
- Erhöhung der Ausbildungsvergütung in drei Schritten zu je 40 Euro
- Erhöhung der Bezuschussung des Deutschlandtickets auf 50 Prozent
- Kostenübernahme von 85 Prozent der Führerscheinkosten für Auszubildende „mit entsprechender Zielstelle“
- Verbesserungen bei den Freistellungsregelungen sowie ein Tag Freistellung pro Jahr für ehrenamtliche Tätigkeiten
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Verdi beklagt, dass die Hochbahn „eine bereits vereinbarte Arbeitszeitverkürzung aus 2024 nun als vermeintliche Entgeltsteigerung in das ‚Angebot‘ eingerechnet“ habe. Das sei, so Arndt, „unredlich und dreist“.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. März geplant. Ob Verdi weitere Streiks zur Durchsetzung ihrer Forderungen plant, ist bisher nicht bekannt. Die Tarifkommission werde „nun über die nächsten Schritte beraten“, teilte die Gewerkschaft mit.
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