Tarifstreit eskaliert: Warnstreik beim NDR kurzfristig verlängert
NDR-Beschäftigte streiken weiter: Verdi verlangt 7 Prozent mehr Gehalt, das Angebot des Senders liegt deutlich darunter. Die nächste Verhandlungsrunde ist schon terminiert.
Der Warnstreik beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg geht in die Verlängerung. Weil die Arbeitgeberseite bei den Tarifverhandlungen am Dienstag erneut kein tragfähiges Angebot vorgelegt habe, werde der Ausstand um 24 Stunden bis Donnerstag, 1.30 Uhr, verlängert, sagte Verdi-Verhandlungsführer Björn Siebke am Abend. Die vierte Verhandlungsrunde sei auf den 19. Mai terminiert.
Am Dienstag hatten sich den Angaben zufolge rund 150 Menschen an dem am Morgen begonnenen Warnstreik beteiligt – er sollte zunächst nur bis Mittwoch, 1.30 Uhr, andauern. Ob es Auswirkungen auf das Programm des NDR gegeben hat, war zunächst unklar. Der NDR versuche, die Auswirkungen des Warnstreiks auf seine Programme so gering wie möglich zu halten, sagte eine NDR-Sprecherin.
Warnstreik beim NDR: Forderung und Angebot weit auseinander
Die Gewerkschaft Verdi hatte die festen und freien Mitarbeiter zum Warnstreik aufgerufen, um den Druck auf den Arbeitgeber während der laufenden Tarifverhandlungen zu erhöhen. Es hatte bereits zwei Verhandlungstermine ohne Einigung gegeben.
Verdi fordert für die rund 5.000 NDR-Beschäftigten im gesamten Norden unter anderem eine Lohnsteigerung von 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro, und 200 Euro mehr sowie eine Übernahmegarantie für Auszubildende. Den Angaben zufolge bietet der NDR bisher 1,23 Prozent mehr Lohn zum 1. Juli und jeweils weiter 1 Prozent im Juni 2027 und im April 2028.
NDR verweist auf schwierige Rahmenbedingungen
«Das vorgelegte Angebot steht für wirtschaftliche Vernunft und garantierte Sicherheit», hieß es dazu vom NDR. Vor dem Hintergrund der sehr schwierigen Rahmenbedingungen sei das Angebot solide finanziert. „Der NDR ist verpflichtet, mit dem ihm von den Beitragszahlenden zur Verfügung gestellten Geld verantwortungsbewusst umzugehen.“
Lesen Sie auch: Tschentschers Kampf um jeden Parkplatz: Am Ende wächst nur die Bürokratie
Verdi moniert dagegen, dass das Angebot deutlich unterhalb eines Inflationsausgleichs und weit entfernt vom Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder liege, der üblicherweise als Orientierung diene. (dpa)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.