Hamburg

Tankrabatt zu Ende – Spritpreise explodieren

Preistafel an Tankstelle mit Diesel-, Super- und V-Power-Preisen unter grauem Himmel
Die Shell-Tankstelle an der Königstraße nach 12 Uhr am Mittwoch: Die Preise liegen nun über der Zwei-Euro-Marke.

Seit Mitternacht ist die Steuerermäßigung vorbei. Schon am Morgen ist Sprit viel teurer als am Tag zuvor. Wie die Tankstellen das gemacht haben, ohne die 12-Uhr-Regel zu verletzen.

Die Spritpreise sind mit dem Ende des Tankrabatts am Mittwoch stark gestiegen. Um 8 Uhr war Superbenzin der Sorte E10 um 13,4 Cent teurer als zur gleichen Zeit am Dienstag, wie der ADAC bekannt gab. Bei Diesel fiel der Anstieg mit 15,6 Cent sogar noch stärker aus. Zusammen mit den Anstiegen vom Dienstagmorgen ist der Tankrabatt damit weitestgehend Geschichte. 

Der Steuerrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter auf Kraftstoff bei der Lieferung an die Tankstelle war um Mitternacht ausgelaufen. Zu dieser Zeit konnten die Tankstellen ihre Preise wegen der 12-Uhr-Regel zwar nicht erhöhen, offensichtlich haben viele aber nach dem hohen Preissprung am Dienstagmittag nur wenig gesenkt. Die Regel besagt, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag – um 12 Uhr – die Preise erhöhen dürfen. Senkungen sind immer erlaubt.

Schon morgens fast zwei Euro für Super E10

Normalerweise sinken die Preise nach dem seit Einführung der 12-Uhr-Regel üblichen Mittagssprung bereits am Nachmittag stark und erreichen am Vormittag ihr Tagestief. Diese Schwankungsbreite war zuletzt sehr hoch – teilweise betrug sie um die 20 Cent. Nun fiel sie sehr niedrig aus. Durch den ausgebliebenen starken Rückgang wuchs der Preisaufschlag im Vergleich zum jeweils gleichen Zeitpunkt am Vortag sukzessive an. Am frühen Nachmittag waren es laut ADAC erst 5 bis 7 Cent, am Abend bereits 12 bis 15 Cent und am Morgen nun die oben genannten Werte.

Ein Liter Super E10 kostete um 8 Uhr im bundesweiten Durchschnitt 1,971 Euro. Ein Liter Diesel 1,913 Euro. Sollten die Preise sich im weiteren Tagesverlauf wieder ähnlich entwickeln wie in den vergangenen Monaten, dürfte zumindest der Benzinpreis wieder über zwei Euro pro Liter steigen. Sicher ist dies aber nicht.

Die Rücknahme des Tankrabatts sei damit ungerechtfertigt vorweggenommen worden, heißt es vom ADAC. Dieses Vorgehen sei fragwürdig, „denn noch befindet sich vielerorts günstiger versteuerter Kraftstoff in den Tanks der Tankstellen“. Daher hätten die Preise nicht schon am letzten Junitag so deutlich steigen dürfen. 

Auch in Hamburg ziehen die Preise am Mittwoch an

Auch an der Shell-Tankstelle in der Königstraße in Hamburg konnte man den Preisanstieg beobachten. Vor 12 Uhr waren die Preise bereits vergleichsweise hoch: Diesel lag bei 1,899 Euro pro Liter und Super E10 bei 1,979 Euro pro Liter. Kurz nach 12 Uhr kam der zu erwartende Sprung: Diesel bei 2,099 Euro pro Liter und Super E10 bei 2,129 Euro pro Liter.

Shell-Tankstelle mit Preistafel an einer Straße, umgeben von Bäumen unter grauem Himmel.
Am Mittwoch um kurz vor 12 Uhr sind die Preise an der Shell-Tankstelle an der Königstraße in Hamburg bereits hoch.
Preistafel an Tankstelle mit Diesel-, Super- und V-Power-Preisen unter grauem Himmel
Die Shell-Tankstelle an der Königstraße nach 12 Uhr am Mittwoch: Die Preise liegen nun über der Zwei-Euro-Marke.

Vereinzelt gab es am Mittwochmorgen allerdings noch Tankstellen mit Preisen unter 1,80 Euro – vor allem bei Diesel. Mit der Preiserhöhung am Mittwochmittag dürften die meisten dieser günstigen Angebote aber verschwinden. 

Der Tankrabatt galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Der Staat ging in früheren Schätzungen von Steuermindereinnahmen von rund 1,6 Milliarden Euro aus.

Juni war billigster Tankmonat seit Kriegsbeginn

Im Juni hatte der Tankrabatt noch seine Wirkung entfaltet. Zusammen mit wieder sinkenden Ölpreisen sorgte das für den billigsten Tankmonat seit Ausbruch des Iran-Kriegs. Nach Daten des ADAC kostete ein Liter Super E10 im Monatsdurchschnitt 1,870 Euro. Das waren 11,3 Cent weniger als im Mai und 23,9 Cent weniger als im April, dem bisher teuersten Monat. 

Ein Liter Diesel kostete im Monatsschnitt 1,818 Euro. Das waren 17,3 Cent weniger als im Mai und 44,5 Cent weniger als im besonders teuren April. (mit dpa)

Kommentare öffnen