Tagelanges Inferno auf der Veddel: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 44-Jährigen
Riesige Rauchwolke und zahlreiche Explosionen: Rund 70 Stunden war die Feuerwehr nach Ausbruch des Großbrandes auf der Veddel im Einsatz. Nachdem in der Lagerhalle einer Spedition ein Auto Feuer gefangen hatte, breiteten sich die Flammen rasant aus. Mehrere auf dem Gelände gelagerte Lachgasflaschen detonierten. Jetzt erfuhr die MOPO: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen einen 44-Jährigen – und der Vorwurf wiegt schwer.
„Es wird ein Ermittlungsverfahren gegen einen 44-jährigen Mann wegen des Verdachts des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft geführt“, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf MOPO-Anfrage mit. Dafür könnte es eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geben. Der Beschuldigte sei Geschäftsführer eines Unternehmens und soll die Lagerhalle angemietet haben. „Es besteht der Verdacht, dass er Lachgas in der von ihm angemieteten Lagerhalle unsachgemäß gelagert hat. Es gilt die Unschuldsvermutung“, so die Sprecherin.
Veddel: Feuerwehr mehrere Tage im Einsatz
Am Nachmittag des 25. August hatte in der Lagerhalle einer Spedition an der Müggenburger Straße aus noch unbekannten Gründen ein Auto Feuer gefangen. Dies ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Daraufhin breitete sich der Brand unkontrolliert aus. Mehrere Flaschen mit hochgradig brandförderndem Lachgas detonierten. Schnell stand die Halle in Vollbrand.
Durch herumfliegende brennende Teile griff das Feuer auch auf Nachbargebäude und Freiflächen über. Die nahegelegene Autobahn musste gesperrt werden. Das Löschen der Brände erwies sich für die Feuerwehr als schwierig, weil es auch in der Nacht und an den folgenden Tagen immer wieder zu Explosionen kam.
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Zeitweise waren mehr als 300 Rettungskräfte im Einsatz. Sogar ein Spezialroboter wurde angefordert, um die brennenden Container zu öffnen. Am Abend des 28. August konnte die Feuerwehr nach 70 Stunden endlich „Feuer aus“ vermelden. Insgesamt wurden sechs Menschen durch das Feuer verletzt, drei von ihnen schwer.