Streusalz, Spikes und spiegelglatte Wege: In Hamburg ist Knochenbrecherwetter
„Vorsicht beim Rausgehen“ oder „Meine Güte, ist das glatt“ dürften derzeit die meistgesagten Sätze in Hamburg sein. Zwar schneit es seit ein paar Tagen nicht mehr, doch die Gehwege und Nebenstraßen sind vielerorts von einem soliden Eispanzer überzogen. In den Krankenhäusern werden Knochen geflickt – doch eine erneute Aufweichung des Streusalz-Verbots ist derzeit nicht geplant. Dabei ist Besserung vorerst nicht in Sicht, denn das Wochenende wird mit frostigen Temperaturen eingeläutet.
„Ist das glatt!“, sagte eine Kollegin, die wegen der vereisten Gehwege etwas verspätet zur Redaktionskonferenz kam. Ein anderer Kollege überlegte, ob er sicherheitshalber seine alten Spikes aus dem Keller kramen sollte. Denn bei einem war sich die MOPO-Redaktion einig: Wir wollen ohne Knochenbrüche und Prellungen durch den Winter kommen.
Glatteis in Hamburg: UKE hat bis zu 20 Patienten am Tag
Das gelingt auf Hamburgs Schlitterpisten derzeit nicht allen: Das UKE verzeichnet pro Tag bis zu 20 Patienten, die mit witterungsbedingten Verletzungen in die Notaufnahme kommen. Dazu gehören Brüche aller Art, Kopfverletzungen oder umgeknickte Sprunggelenke, so eine Sprecherin.
Während Schneesturm „Elli“ über den Norden fegte, gab es zwar mehr Ansturm auf die Notaufnahmen, dennoch bleibt die Glatteisgefahr hoch. Denn viele Anlieger sind ihrer Räumpflicht nicht nachgekommen, was sich jetzt an streckenweise stark vereisten Gehwegen zeigt. Wer jetzt noch zur Schneeschaufel greift, braucht eine ganze Menge Muskelkraft, um gegen das Eis anzukommen. Eine Alternative wäre der Einsatz von Streusalz, um das Glatteis zum Schmelzen zu bringen. Doch das ist in Hamburg aus Umweltgründen verboten. Lediglich vom 6. Januar bis zum 21. Januar war das Verbot aufgrund der massiven Schneefälle aufgehoben.
Aufhebung des Streusalzverbots nicht geplant
Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bat die Hamburger während dieser Zeit, „Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und maßvoll Gebrauch vom Tausalz zu machen“. Das Salz sollte daher nur in geringer Menge bei extremen Vereisungen und ausschließlich an Gefahrenstellen angewendet werden. „Extreme Vereisung und Gefahrenstellen“ – das beschreibt auch die aktuelle Situation.
Wegewarte kontrollieren weiterhin die Räumpflicht
Dennoch sei eine erneute Aufhebung des Verbotes zurzeit nicht vorgesehen, so die Verkehrsbehörde auf MOPO-Anfrage. Man beobachte aber die Wetter- und Glättebedingungen und sei sehr kurzfristig handlungsfähig.
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Zudem sind weiterhin in allen Bezirken Wegewarte unterwegs und kontrollieren, ob die Gehwege ordnungsgemäß geräumt sind. Die Einsatzdauer der Schnee-Schipp-Sheriffs bleibt dabei von der Witterung abhängig und wird von den Bezirken separat geregelt. Wer seiner Räumpflicht nicht nachkommt, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen.