Streit um „Es“ und Jüdinnen: Grüne Jugend verlässt feministisches Bündnis
Die Grüne Jugend Hamburg verlässt das „Bündnis 8M“, das die feministische Großdemo am 8. März organisiert. Hintergrund ist ein Streit um die Teilnahme jüdischer Frauen – und eine transfeindliche Beleidung des Co-Landessprechenden der Grünen Jugend.
Dürfen Frauen jüdischen Glaubens am Internationalen Frauentag bei der Großdemo in Hamburg mitlaufen? Dürfen Jüdinnen sich bei diesem Marsch sicher fühlen? Laut der Grünen Jugend finden einige Bündnismitglieder, dass Jüdinnen von dem feministischen Kampftag ausgeschlossen gehören: „Während der Vorbereitung kam es zu einer Auseinandersetzung. Dabei wurden unsere Vertreter*innen von der Gegenseite unter anderem mit der Aussage konfrontiert, dass sich weder israelische Frauen bei der kommenden Demonstration willkommen fühlen sollen noch jüdische Frauen sich auf der Demo sicher fühlen müssen“, heißt es in einem Schreiben der Organisation.

Die Jungen Grünen haben das „Bündnis 8M“ daraufhin verlassen: „Diese antisemitische Entgleisung blieb innerhalb des Bündnisses weitestgehend unwidersprochen und ist für uns inakzeptabel. Solidarität mit dem palästinensischen Volk darf sich nicht durch pauschalisierende antisemitische Aussagen ausdrücken“, so die Mitteilung. Carro Göbel, Co-Landessprecher*in: „Ein Feminismus, der jüdische oder israelische Frauen bewusst ausschließt, verrät seine eigenen Grundsätze.“
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Neben dem unverhohlenen Antisemitismus einiger Bündnismitglieder habe eine transfeindliche Beleidung gegen Carro Göbel zu dem Austritt geführt, führt die Grüne Jugend Hamburg weiter aus. Göbel identifiziert sich als nicht-binär, also als außerhalb der zweigeteilten Geschlechterordnung stehend. Im Nachgang der Auseinandersetzung sei Göbel von Bündnismitgliedern herabwürdigend als „Es“ angesprochen worden. Die Grüne Jugend will nun am 8. März an einer anderen Demo teilnehmen.
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