Busse, Bahnen, Behörden: Großer Warnstreik ab Montag auch in Hamburg
Am Montag drohen in vielen Städten bundesweit Ausfälle im Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi ruft zu Warnstreiks auf, um in Tarifverhandlungen Druck zu machen – und geht davon aus, dass der Verkehr zum Erliegen kommt. Auch Hamburgs Fahrgäste müssen sich auf erhebliche Einschränkungen bei U-Bahnen und Bussen einstellen. Aber auch andere Angestellte in Bereichen des öffentlichen Lebens werden aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.
Fahrgäste in zahlreichen deutschen Städten müssen sich am Montag auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen von parallel laufenden Tarifverhandlungen für den Tag in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsunternehmen aufgerufen – auch in Hamburg. Es sei davon auszugehen, dass in den betroffenen Betrieben der Verkehr zum Erliegen komme.
Gleich zwei Tarifkonflikte in Hamburg
Hintergrund sind gleich zwei laufende Tarifkonflikte: bei der Hamburger Hochbahn sowie im öffentlichen Dienst der Länder. So hat Verdi Beschäftigte der Hamburger Hochbahn und der VHH zum Warnstreik aufgerufen. Der Ausstand beginnt am Montag, 2. Februar, um 3 Uhr und endet 24 Stunden später. Betroffen sind auch die Nachtbusse von Montag auf Dienstag. Busse und U-Bahnen könnten in dieser Zeit ganz oder teilweise ausfallen.

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Nicht betroffen sind laut einer Mitteilung der Hochbahn die S-Bahn, die Regionalbahnen, die Fähren der HADAG sowie die Buslinien der vhh.mobility-Tochter Ahrensburger Busbetriebsgesellschaft (ABG) und die On-Demand-Shuttles „hvv hop“.
Auch die Feuerwehr ist in Hamburg betroffen
Parallel dazu werden am Montag zahlreiche Bereiche des öffentlichen Dienstes bestreikt. Dazu zählen Beschäftigte der Technischen Universität, der Bezirksämter, von Hamburg Service vor Ort, Landes- und Fachbehörden, Schulen, Landesbetrieben, Senat, Personalamt, Senatskanzlei, Datenschutzbehörde, Bürgerschaft und Rechnungshof.
Auch weitere Bereiche könnten Auswirkungen spüren: Im Hamburger Hafen sind Verzögerungen bei der Containerabfertigung möglich, da Beschäftigte des Veterinäramts in den Arbeitskampf treten. An den Schleusen im Alster- und Billerevier ist nur mit eingeschränktem Betrieb zu rechnen. Bei der Hamburger Feuerwehr wird der technische Dienst bestreikt, was Wartung und Instandhaltung betreffen kann – der Rettungsdienst bleibt jedoch vollständig einsatzfähig.
Verdi: Nahverkehr kommt weitgehend zum Erliegen
In Schleswig-Holstein betrifft der Warnstreik die Busse der KVG in Kiel, der Stadtwerke Lübeck Mobil, des SWN Stadtverkehrs in Neumünster und des Unternehmens Aktiv Bus in Flensburg. „Es ist davon auszugehen, dass der öffentliche Personennahverkehr in den betroffenen Regionen weitgehend zum Erliegen kommt“, kündigte die Gewerkschaft an.
In Bremen fallen sogar alle Busse und Bahnen aus. „Wir müssen aus Sicherheitsgründen unseren Betrieb schließen für 24 Stunden“, sagte eine Sprecherin der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Vom Betriebsbeginn am Montag um 3 Uhr bis Dienstag um 3 Uhr werde der Betrieb daher ruhen.
Streik: 80 Prozent aller Busse und Straßenbahnen fallen aus
In Mecklenburg-Vorpommern sind Mitarbeitende der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP), des Nahverkehr Schwerin (NVS), Nahbus Nordwestmecklenburg, Rsag Rostock, Rebus Regionalbus Rostock, Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (MVVG), Verkehrsbetrieb Greifswald (VBG), Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (VVG) und Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) zum Streik aufgerufen.
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Die Gewerkschaft gehe davon aus, dass mindestens 80 Prozent aller Busse und Straßenbahnen im Nordosten ausfallen, sagte Sascha Bähring, der Verhandlungsführer von Verdi Nord im Tarifstreit.
Gewerkschaft erhöht mit Warnstreik den Druck
Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft im Tarifkonflikt um den kommunalen Nahverkehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Aktion ist Teil bundesweiter Arbeitsniederlegungen.
Niedersachsen ist nach Angaben von Verdi zunächst nicht von dem Streik betroffen. Für die etwa 5000 Beschäftigten in Niedersachsen gelte noch die Friedenspflicht.
Bessere Arbeitsbedingungen gefordert
In den Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.
In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird der Gewerkschaft zufolge zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Insgesamt betroffen seien fast 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben der Landkreise sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. (dpa/rei)
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