Am Montagmorgen wurden ingesamt 37 Bäume entlang der Max-Brauer-Allee gefällt.

Am Montagmorgen wurden ingesamt 37 Bäume entlang der Max-Brauer-Allee gefällt. Foto: City News TV

Sternbrücken-Neubau: Bahn fällt erneut Bäume – wieder Proteste

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Der Bau der neuen Sternbrücke an der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße schreitet weiter voran: Am Montagmorgen begann die Deutsche Bahn damit, die restlichen Bäume entlang der Straße zu fällen. Dagegen hatte die Initiative Sternbrücke erneut zum Protest aufgerufen. „Das ist wirklich unbegreiflich“, sagt deren Sprecher.

Nach Polizeiangaben hatten sich ab 7.30 Uhr circa 60 Demonstranten an der Sternbrücke versammelt, die von dort aus entlang der Max-Brauer-Allee bis zum Schulterblatt zogen. Die Organisatoren sprechen wiederum von knapp unter 100 Teilnehmern. Mit dabei war auch Heike Sudmann von den Hamburger Linken, die sich wie die Initiative seit Jahren gegen den Neubau der Brücke ausspricht.

Max-Brauer-Allee: Protestaktion gegen Baumfällung

„Mit so vielen Leuten hätten wir im Vorfeld nicht gerechnet“, sagte Initiativen-Sprecher Axel Bühler der MOPO. „Wir sagen: Die Bäume entlang der Max-Brauer-Allee hätten nicht gefällt werden müssen, wenn es von Anfang an eine vernünftige Brückenplanung gegeben hätte.“

Derzeit wird die neue Brücke noch in der riesigen Halle neben dem Schulterblatt zusammengeschweißt. Die Deutsche Bahn nennt das „Brammerfläche“. Ist der Neubau fertig, soll er 2026 von dort aus etwa 100 Meter bis zur Kreuzung an der Stresemannstraße transportiert werden – dafür müssen jetzt noch 37 Bäume gefällt werden, die sonst im Weg stehen würden.

In der „Brammerfläche“ neben dem Schulterblatt wird die neue Sternbrücke zusammengebaut. Annalena Barnickel
In der Brammerfläche neben dem Schulterblatt wird die neue Sternbrücke zusammengebaut.
In der „Brammerfläche“ neben dem Schulterblatt wird die neue Sternbrücke zusammengebaut.

„Für jeden Baum, den wir leider fällen müssen, werden drei neue gepflanzt“, beteuert ein Bahn-Sprecher. Mit den 37, denen es heute an den Kragen geht, sind es dann insgesamt 86 an der Zahl, die weichen müssen. 260 werden neu gepflanzt, darunter 45 an der Max-Brauer-Allee nach Ende der Bauarbeiten. „Bis die so groß sind, wie die, die heute gefällt wurden, dauert es aber noch mindestens 20 Jahre“, argumentiert Ini-Sprecher Bühler.

Neubau der Sternbrücke soll im Sommer 2026 fertig sein

Man habe auch geprüft, die Bäume umpflanzen zu lassen, betont der Bahn-Sprecher. Allerdings hätte dazu erstens die Straße aufgerissen werden müssen und zweitens sei der Zustand der Bäume „eher schlecht“, eine Umpflanzung hätten sie wahrscheinlich nicht überlebt.

Wird die neue Brücke wie geplant im Sommer 2026 eingehoben, wird sie mit 108 Metern Länge und 21 Metern Höhe ihre Vorgängerin deutlich übertreffen. Die Initiative Sternbrücke spricht seit Vorstellung der Pläne im Frühjahr 2020 von einem städtebaulichen Skandal. Die Bahn argumentiert wiederum mit einem „wichtigen Baustein für eine starke Schiene“. Die 1926 eröffnete Sternbrücke müsse erneuert werden, um „zuverlässig und fit“ zu bleiben. Mehr als 900 S-Bahnen, Regional- und Fernzüge fahren täglich darüber.

Eine Visualisierung der neuen Sternbrücke von der Max-Brauer-Allee aus gesehen. DB/Ney & Partners/ rendertaxi/ architecture.visualisation
Eine Visualisierung der neuen Sternbrücke von der Max-Brauer-Allee aus gesehen.
Eine Visualisierung der neuen Sternbrücke von der Max-Brauer-Allee aus gesehen.

Zusammen mit dem Umweltverband Prellbock Altona hatte die Initiative auch Klage gegen die neue Sternbrücke eingereicht. Diese hatte das Oberverwaltungsgericht Anfang November allerdings final zurückgewiesen. Trotz dessen wolle man auf jeden Fall mit Protesten weitermachen, kündigt Axel Bühler an: Das letzte Kreiselkonzert (in diesem Jahr) findet am Donnerstag, 11. Dezember, statt.

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