An der Sternbrücke haben die Arbeiten für einen Neubau bereits Anfang 2024 begonnen.

An der Sternbrücke haben die Arbeiten für einen Neubau bereits Anfang 2024 begonnen. Foto: Florian Quandt

„Unverzeihlich“: Sternbrücken-Ini ruft Montag zur Demo auf – zu ungewohnter Uhrzeit

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Die Abrissgegner der Sternbrücke rufen für Montag zu einer Demo gegen die Fällung von Bäumen auf der Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße auf. Diese sollen aus transporttechnischen Gründen für den Brückenneubau weichen.

„Senat und Bahn schlagen zwischen Schulterblatt und Sternbrücke eine Schneise der Verwüstung. Inzwischen lassen sich vor Ort die monströsen Ausmaße des 108 Meter langen Brückenneubaus erahnen – und die 21 Meter hohen Bögen sind noch nicht einmal montiert. Vor 100 Jahren waren die Bahner stolz darauf, nicht ein einziges Haus beim Bau der aktuellen Sternbrücke abzureißen“, sagt Axel Bühler, Sprecher der Initiative Sternbrücke, in einer Mitteilung.

Um den Transport der Bauteile gewährleisten zu können, plant die Bahn laut der Ini Sternbrücke, 90 Bäume entlang der Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße zu fällen. „Die Fällung der teils 50 Jahre alten Alleebäume nur für den Transport einer Brücke, für die es bessere Alternativen gibt, ist unverzeihlich“, sagt Marlies Thätner, Sprecherin der Initiative Sternbrücke.

Klage der Initiative scheiterte vor Gericht

Die Initiative kämpft seit Jahren gegen den Neubau der Sternbrücke an der Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße. Bislang jedoch erfolglos. Gemeinsam mit dem Verein Prellbock Altona reichte sie Klage gegen den Neubau ein. Diese wurde vor einem Monat vom Hamburgischen Oberverwaltungsgericht abgewiesen.

Die Initiative kritisiert, dass Bürgermeister Peter Tschentscher die umstrittene Brückenplanung von Verkehrsbehörde und DB Anfang 2020 gegen die Widerstände von Bezirk, Stadtentwicklungsbehörde und Kulturbehörde durchgesetzt habe. Außerdem wirft sie den Verantwortlichen vor, nicht ausreichend Alternativen zu dem Neubau geprüft zu haben. Die neue Brücke soll 108 Meter lang und knapp 26 Meter hoch werden – und damit viermal höher als ihre Vorgängerin.

Ini: Monsterbrücke zerstört besonderen Ort

Nach Angaben der Ini sei der Grund für die Größe der Brücke, dass die Verkehrsbehörde von der Bahn einen stützenfreien Neubau mit viel Platz für den Autoverkehr auf der Stresemannstraße verlange. Jüngste Planungen aus der Verkehrsbehörde von Senator Tjarks haben jedoch gezeigt, so die Ini weiter, dass der große Neubau nicht benötigt werde.

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Marlies Thätner: „Die Monsterbrücke zerstört einen besonderen Ort in Hamburg, den viele Menschen in ihr Herz geschlossen haben. Sie springt rücksichtslos mit den Menschen vor Ort und der im Klimawandel notwendigen Stadtnatur um.“ Die Demo gegen Baumfällungen soll am Montag um 7.30 Uhr an der Max-Brauer-Allee/Ecke Langenfelder Straße stattfinden. (kl)

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