Steht seit 13 Jahren leer! Was wird aus dieser Hamburger Geister-Kaserne?
Die gelbe Farbe blättert ab, die Fenster sind mit Holzplatten verrammelt: Seit fast 13 Jahren steht die ehemalige Artillerie-Kaserne an der Notkestraße in Bahrenfeld leer – für die Anwohnerinnen und Anwohner inzwischen ein leider vertrautes Bild. Doch jetzt könnte sich bei der Nutzung des markanten Gebäudes endlich etwas tun.
Eigentümer der Immobilie ist die Stadt Hamburg, die das 1914 errichtete Gebäude wiederum vor vier Jahren vom Bund abkaufte. Passiert ist auf dem knapp 4100 Quadratmeter großen Gelände seitdem – nichts. Ursprünglich war mal vorgesehen, die Kaserne in die Planungen der Science City einzubinden, doch das wurde wieder verworfen. Als nächste Idee sollte dann die städtische Einrichtung „Fördern & Wohnen“ einspringen und dort dringend benötigten Wohnraum schaffen.
Bahrenfeld: Ehemalige Kaserne steht seit 13 Jahren leer
Bis Ende des vergangenen Jahres wurde das geprüft – wie jetzt feststeht mit schlechtem Ergebnis. Zwar sei die Sanierung des Gebäudes technisch möglich und auch ein zusätzliches Café denkbar, heißt es in der Antwort der Finanzbehörde an die Bezirksversammlung Altona. Aber: Wirtschaftlich lohne sich das Ganze für „Fördern und Wohnen“ eben nicht.
Nachdem auch diese Idee also verworfen wurde, gibt es jetzt einen (hoffentlich letzten) Vorstoß aus der Finanzbehörde: Demnach habe man Kontakt mit „Trägern für Azubi-Wohnen“ aufgenommen. Gefordert sei die Schaffung von kleinen Wohnungen oder WG-Wohnungen für Azubis oder Studierende, erklärt Behörden-Sprecherin Imme Mäder auf MOPO-Nachfrage.
Das könnte Sie auch interessieren: Riesiger Leerstand in Hamburg: Hier entstehen Hunderte günstige Wohnungen
Eine Bedingung gibt es allerdings: Das Erscheinungsbild der ehemaligen Kaserne zur Straße müsse erhalten bleiben. „Die Ausschreibung und Vergabe sollen voraussichtlich bis Mitte dieses Jahres erfolgen“, schätzt Mäder.
Kritik an dem ewigen Hin und Her gab es zuletzt von der Altonaer Linken: Fraktionsvorsitzender Karsten Strasser bezeichnete den ewigen Leerstand des Gebäudes angesichts der Wohnungsnot als „Politikum“. Er forderte, dort so schnell wie möglich günstige Mietwohnungen herzustellen.