Ständig Feueralarm, defekte Klimaanlagen, Wasser von oben: Stotter-Start im Westfield
Mehr als eine Million Besucher waren bereits im neuen Westfield Überseequartier – einige von ihnen bekamen es mit den Startschwierigkeiten des Centers zu tun. Immer wieder schrillt der Feueralarm, in einigen Läden ist die Klimaanlage defekt, hier und da tropft es von der Decke. Eine Autofahrerin berichtet, wie ihr Wagen im Parkhaus plötzlich in einer riesigen Pfütze stand. Die MOPO hat mit ihr gesprochen, sich vor Ort umgesehen und Westfield dazu befragt.
Mindestens viermal läutete seit der Eröffnung am 8. April bereits der Feueralarm im Westfield . Dann hieß es: alle Besucher raus aus dem Quartier. Immer wieder rückt die Feuerwehr an. Einen echten Notfall soll es bisher nicht gegeben haben – der Spuk war meist nach einer halben Stunde vorbei – doch in den Sozialen Medien äußern einige Besucher ihren Unmut.
Nach Angaben der Feuerwehr hatten die Einsätze in zwei Fällen eine technische Ursache. In einem dritten Fall soll ein Brandmelder in einem Küchenbereich ausgelöst haben. Für den vierten Alarm könnte eine E-Zigarette die Ursache gewesen sein. Tatsächlich komme so etwas bei neuen Gebäuden häufiger vor, sagt ein Sprecher.
Auch die Geschäftsleute bleiben bislang gelassen. Markus Deibler von „Luicella’s Ice Cream“ spricht von einem „hinnehmbaren Investment in die Sicherheit aller Menschen im Quartier“. Wenn es wirklich einen Brand gäbe, wäre der Aufschrei wohl weitaus größer. Doch der ständige Alarm ist nicht der einzige Schluckauf, den das neue Center hat.
Wasser von oben im Westfield-Parkhaus
Als Marie Nikodem (20) vergangenen Mittwoch mit ihren Freundinnen ins Parkhaus zurückkehrt, traut sie ihren Augen kaum: Der Bereich um ihr Auto ist abgesperrt, der Wagen steht in einer Wasserlache.
„Es stank furchtbar”, sagt die Schülerin aus Wellingsbüttel im Gespräch mit der MOPO. Sofort geht sie ein Stockwerk höher und beschwert sich. „Niemand hat das Kennzeichen ausgerufen, das kann ich nicht verstehen”, sagt sie.
Am Ende erhält Nikodem nach eigenen Angaben von den offenbar überforderten Mitarbeitern einen 20 Euro-Gutschein. „Zuerst war noch die Rede davon, die Reinigung zu übernehmen, aber seitdem habe ich nichts mehr davon gehört”, so Nikodem. Anschließend fuhr sie zwar sofort in die Reinigung, doch auf dem Lack habe man weiterhin Flecke gesehen.
Auf TikTok machte Nikodem ihrem Ärger Luft und durfte sich noch blöde Sprüche anhören. „Wenn es nur Wasser gewesen wäre, dann würde ich mich nicht aufregen”, sagt sie. Ihre Vermutung: Die Feuchtigkeit stammt aus der Toilettenanlage ein Stockwerk darüber. Auf wiederholte Nachfrage beim Westfield habe sich ein Mitarbeiter bei Nikodem gemeldet und erklärt, dass es sich um Löschwasser gehandelt hätte.
Als die MOPO am Dienstag vor Ort ist, wird der Bereich mit etwa einem Dutzend Parkplätzen weiterhin abgesperrt. Am Boden sind bräunliche Schlieren zu erkennen.
Das sagt Westfield zu den Vorfällen
Feuchtigkeit von oben gibt es auch in einem Unterwäscheladen im Untergeschoss. Mitten in der Auslage steht ein Plastikeimer. Es tropft von Rohren an der Decke. Gegenüber ist es in zwei Modeläden sehr stickig. Auf Nachfrage sagt eine Angestellte, dass die Klimaanlage defekt sei. Behelfsmäßig wurden mehrere mobile Lüfter angeschlossen, die neben den Waren stehen.
Mehrere Läden im Quartier, darunter Vero Moda, MarcCain, Paper and Tea, Aesop oder La Maison du Pain haben noch gar nicht geöffnet. Vor letzterem steht hinter Absperrband wieder ein Wassereimer, der Tropfen von oben auffängt.
Von Schäden sei ihm allerdings nichts bekannt, sagt der Franchisegeber auf MOPO-Anfrage. „Wir sind im Zeitplan und eröffnen das La Maison du Pain Ende Juni und freuen uns schon darauf.“ Die Verhandlungen zum Abschluss des Mietvertrags hätten länger gedauert. Ein Teil der anderen Mieter soll nach MOPO-Informationen erst kurz vor der Eröffnung einen Vertrag geschlossen haben.
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Auf Nachfrage zu den Feueralarmen, dem Wasser von oben und den defekten Klimaanlagen schreibt eine Sprecherin des Westfield: „Wir freuen uns sehr über die erfolgreiche Eröffnung des Westfield Hamburg-Überseequartier und das enorme Interesse der Besucher*innen und der lokalen Community.“