Sprayer-Angriff auf DHL in Hamburg! Darum werden so viele Paket-Autos besprüht

„Moses“: ein besprühter DHL-Wagen am Doormannsweg (Eimsbüttel)
„Moses“: ein besprühter DHL-Wagen am Doormannsweg (Eimsbüttel)

Haben Hamburgs Sprayer es auf DHL abgesehen? Immer mehr illegal besprühte Paket-Autos fahren durch die Hansestadt. Riesige Graffiti leuchten auf den gelben Wagen: Auf Social Media werden davon Fotos gesammelt und gepostet – wie Trophäen. Die MOPO erklärt, was dahintersteckt und wie DHL auf die Attacken reagiert.

Es ist nicht zu übersehen: DHL hat ein Graffiti-Problem. Etliche besprühte Paket-Autos sind auf Hamburgs Straßen unterwegs. Auf Social Media feiern Nutzer die Graffiti – und verspotten den Paketdienstleister: „Man könnte schon fast denken, dass DHL ‘ne neue Werbe-Strategie hat“, witzelt jemand. „Hab‘ auch so einen. Wo muss ich parken, damit er hinterher so aussieht?“, ein anderer.

DHL-Wagen in Hamburg mit Graffiti besprüht

Gerüchten zufolge sollen Lieferfahrzeuge unter anderem nachts beim Postverteilzentrum an der Kaltenkirchener Straße (Altona-Nord) besprüht worden sein.

Auffällig: Besonders häufig werden die Wörter „Moses“ und „Taps“ auf die DHL-Autos gesprayt. Das gleichnamige Künstler-Duo ist für seine illegalen Graffiti auf Zügen und Wänden bekannt. Mittlerweile sollen weitere Sprayer zu ihm gehören, auch um der Polizei eine Zuordnung zu erschweren. Eine MOPO-Anfrage bei „Moses & Taps“ zum Thema blieb bisher unbeantwortet.

DHL-Sprecher: „Wir bringen jeden Vorfall zur Anzeige“

Doch warum haben es die Sprayer ausgerechnet auf DHL abgesehen – und das auch in anderen Großstädten wie Berlin? Die MOPO hat mit Kennern der Szene gesprochen. Niemand möchte sich dazu offiziell äußern. Doch die Antworten lägen auf der Hand: Die Paketwagen haben auf der linken Seite, bis auf die Fahrertür, keine weiteren Türen oder Fenster, bieten also eine große freie Fläche. Sie fahren, anders als U-Bahnen, oberirdisch und sind damit eine gut sichtbare „Werbetafel“ auf den Straßen.

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Denn darum gehe es den Sprayern in erster Linie: Ihre Graffiti sollen für möglichst viele Menschen zu sehen sein. Besprühte Bahnen und Züge würden deshalb auch häufig erst wieder eingesetzt, nachdem sie gereinigt wurden – um den Sprayern erst gar keine „Bühne“ zu bieten.

Ein mit dem bunten Tag „Moses“ besprühtes DHL-Auto in Ottensen
Ein besprühtes DHL-Auto in Ottensen

DHL lässt viele Fragen der MOPO zu dem Thema unbeantwortet. Nur so viel: „Trotz sorgfältiger Überwachung unserer Zustellfahrzeuge lässt es sich – insbesondere in einer Metropole wie Hamburg – nicht gänzlich vermeiden, dass diese bisweilen mit Graffiti besprüht werden“, so ein Sprecher von DHL Nord. „Dabei handelt es sich um Sachbeschädigung, und die Entfernung ist aufwendig und teuer. Wir bringen jeden Vorfall zur Anzeige und arbeiten eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen.“