„White Tiger“-Prozess: Jay Taylors Eltern hoffen auf Gerechtigkeit
Jay malte und häkelte gerne. Er liebte Vögel, träumte davon, mal Tierarzt zu werden. Doch dieser Traum zerplatzte am 17. Januar 2022. Denn da schlich sich der 13-Jährige nachts aus dem Haus und erhängte sich auf dem Parkplatz eines Supermarkts in seinem Heimatort im US-Bundesstaat Washington mit einem Verlängerungskabel. Vorher hatte er neben sich auf dem Boden das Handy so platziert, dass ihm andere übers World Wide Web beim Suizid zuschauen konnten – darunter im rund 7900 Kilometer entfernten Hamburg Shahriar J. Zu sehen, wie der Junge starb, soll den damals 17-Jährigen sexuell erregt haben. An diesem Freitag beginnt im Saal 288 des Strafjustizgebäudes vor einer Jugendkammer des Landgerichts das Strafverfahren gegen den jetzt 21-jährigen Deutschiraner. Viele sprechen schon jetzt vom Prozess des Jahres, wenn nicht des Jahrzehnts. Denn ein vergleichbarer Fall wurde noch nie vor einem deutschen Gericht verhandelt. Der Angeklagte, besser bekannt unter seinem Nickname „White Tiger“, soll Teil des internationalen Sadistennetzwerks „764“ gewesen sein, dessen Mitglieder es sich zum Ziel gesetzt haben, Kinder und Jugendliche zu quälen.
- Deutsch (Deutschland)
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