Hamburg

Spektakuläre Pläne: Teststrecke in Altonas geheimem Bahntunnel

Moderner Zug im dunklen Tunnel mit hellem Licht am Ausgang.
Hamburg soll eine Hyperloop-Teststrecke bekommen – ein Konsortium bringt den alten Schellfischtunnel in Altona dafür ins Spiel.

In nur wenigen Minuten im Zug von Hamburg nach Berlin – möglich wäre das mithilfe einer Vakuumröhre, die Hyperloop-Technologie. Ein Konsortium sucht nach einer Teststrecke und nennt einen Standort in der Hansestadt.

Es klingt mehr nach Science-Fiction, als nach einem tatsächlichen Szenario: Hamburg plant an einer Teststrecke für Hyperloop-Technologie. Dabei handelt es sich um eine Vakuumröhre, die Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Kilometern pro Stunde erlaubt. Ein Konsortium sucht aktuell einen Standort für eine Teststrecke – und hat schon eine Präferenz in der Hansestadt.

Durch die Hamburger Olympia-Bewerbung sollten die Hyperloop-Pläne einen besonderen Schub bekommen. Daraus wurde nach dem Referendum Ende Mai nichts – die Pläne sind laut dem Magazin „bahn manager“ jetzt aber trotzdem nicht vom Tisch. Demnach unterstützt die Stadt dieses Transportmittel weiterhin.

Enorm hohe Geschwindigkeit: So funktioniert ein Hyperloop 

In der Vakuum-Röhre des Hyperloop können Passagiere mit Kapseln, auch Pods genannt, in der Theorie auf bis zu 1000 Kilometer beschleunigt werden. Dafür wäre laut Professor Walter Neu allerdings eine zu hohe Beschleunigung nötig und der Bremsweg „gigantisch“. „Aber 500 Kilometer pro Stunde wären denkbar im Personenverkehr“, sagte Neu bereits der MOPO. Er betreut zusammen mit seinem Kollegen Professor Thomas Schüning eine Testanlage in Emden.

Laut „bahn manager“ entwickelt unter anderem das Konsortium „Mode5“, angeführt von der „Deutsche Rail Operations“ (DRO), ein Betriebskonzept sowie die betrieblichen Anforderungen für ein mögliches Fahrzeug. Deren Vorstand ist der Ex-Deutsche-Bahn-Manager Dieter Michell-Auli.

Dieser betonte jetzt die Wichtigkeit einer Teststrecke, um „den Beweis zu erbringen, dass die Technologie funktioniert und sich wirtschaftlich rechnet“. In der Nähe von München stehe etwa eine längere Strecke auf dem ehemaligen Militärflughafen Fürstenfeldbruck zur Verfügung.

Ex-Bahn-Manager bezeichnet Altonas Schellfischtunnel als „ideal“

Auli nennt aber auch noch einen anderen Standort: Den alten, stillgelegten Schellfischtunnel in Altona. Dieser sei ideal, „da weder Anwohner gestört würden noch die Umwelt beeinträchtigt wird“. Bei der Verkehrsbehörde in Hamburg und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hält man sich laut dem Magazin allerdings noch bedeckt in Bezug auf solche Pläne.

Eine Person steht in einem beleuchteten Tunnel mit Gleisen und Ziegelwänden.
Der Schellfischtunnel wurde als Verbindung zwischen dem Altonaer Bahnhof und dem Fischereihafen genutzt.

Der insgesamt 960 Meter lange Schellfischtunnel verbindet den östlichen Gleisstrang im Bahnhof Altona mit den unterhalb des Geesthangs an der Elbe gelegenen Gleisanlagen der ehemaligen Altonaer Hafenbahn und dem Altonaer Fischereihafen. Gebaut im Jahr 1847 wurde er 1992 endgültig stillgelegt, seit 2013 steht er unter Denkmalschutz und kann mehrmals im Jahr mit dem Verein „Hamburger Unterwelten“ besichtigt werden.

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