Das ehemalige Kreiswehrersatzamt an der Sophienterrasse im Hamburger Stadtteil Harvestehude. (Archivfoto)

Das ehemalige Kreiswehrersatzamt an der Sophienterrasse im Hamburger Stadtteil Harvestehude. (Archivfoto) Foto: picture alliance/dpa/Daniel Reinhardt

Sophienterrasse: Kommen jetzt neue Wohnungen?

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Wo zuletzt Flüchtlinge gelebt haben, sollen neue Wohnungen gebaut werden. Dafür muss das alte Verwaltungsgebäude des Kreiswehrersatzamtes an der Sophienterrasse (Harvestehude) abgerissen werden. Doch das stellt sich nun als schwierig heraus.

Das ehemalige Kreiswehrersatzamt diente zehn Jahre lang als Flüchtlingsunterkunft. Im Juli 2025 schloss die Unterkunft ihre Türen und die letzten Flüchtlinge zogen aus, was für massive Kritik sorgte.

Abbruchpläne an der Sophienterrasse erweisen sich als schwierig

Nach dem Auszug wurde das Gebäude an den Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) zurückgegeben. Seitdem steht es leer. Wie es mit dem Areal in der Hamburger Premium-Lage weitergehen soll, darüber führen LIG, Sozialbehörde und der Bezirk Eimsbüttel aktuell Gespräche. Geplant seien „mittelfristig vornehmlich geförderte“ Neubauwohnungen, wie eine Sprecherin der Finanzbehörde auf MOPO-Anfrage sagt. „Eine entsprechende Idee sollte bis Ende 2026 vorliegen“, so die Sprecherin.


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Dafür müsste das Bürogebäude aus den 60er Jahren allerdings abgerissen werden. Denn ein Umbau beziehungsweise eine Sanierung habe sich aufgrund der gesteigerten Anforderungen als nicht wirtschaftlich erwiesen.

Einen Abriss umzusetzen, stellt sich jedoch als schwierig dar: Dafür „muss eine Trafostation im Gebäudeensemble verlagert werden, die einen Teil der umliegenden Objekte energetisch versorgt.“ Eine Trafostation ist eine Anlage, die Energie aus dem Netz in Strom umwandelt.

Riesenwirbel um Unterkunft im Jahr 2015

Nach Angaben der Finanzbehörde führe das LIG derzeit Gespräche mit dem Versorger, um eine geeignete Lösung zu finden. Wann diese vorliegt und ob der Abriss tatsächlich durchgeführt werden kann, könne noch nicht verlässlich gesagt werden.

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Im Jahr 2015 gab es um die Umwandlung des einstigen Verwaltungsgebäudes in eine Unterkunft mit 190 Plätzen einen Riesenwirbel. Drei Anwohner hatten damals geklagt und sich schließlich mit der Stadt auf eine Befristung bis September 2024 geeinigt. Im Gegenzug sicherte die Stadt – die angesichts der vielen Flüchtlinge mit dem Rücken zur Wand stand – den drei Klägern zu, dass in den kommenden 50 Jahren keine soziale Einrichtung an diesem Standort eingerichtet wird.

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