Sogar mit Polizei wird gedroht: Der Gastro-Krieg von Eppendorf

Das „11:11“ in Eppendorf ist ein asiatisches Brunch-Café.
Das „11:11“ in Eppendorf ist ein asiatisches Brunch-Café.

Konkurrenz belebt das Geschäft? In Eppendorf hat sie jetzt für einen Mega-Zoff gesorgt. Der Inhaber des Cafés „11:11“ (eleven eleven) erhebt öffentlich Vorwürfe gegen eine Gastro-Kollegin. Sie habe die „Signature Gerichte“ seines asiatischen Brunch-Lokals eins zu eins kopiert – „von den Zutaten bis zum Anrichten“. Sie wehrt sich, es steht sogar eine Anzeige im Raum. Die MOPO hat mit beiden Gastronomen gesprochen.

Frühstück und Brunch mit asiatischem Touch: Seit zwei Jahren gibt es das Café „11:11“ in Barmbek-Süd, 2025 kam ein weiteres in Eppendorf (Tarpenbekstraße 51) dazu. Hier gibt es Brioche-Croissants mit Rührei, Kimchi und Mango-Chilli-Mayo. Sauerteigbrot mit Räucherlachs, mariniertem Ei und Avocado-Creme. Oder lilafarbene Ube-Waffeln mit Mango-Sorbet.

Gastro-Zoff in Eppendorf: Kopiert ein Konkurrent die wichtigsten Speisen?

Und genau um diese Speisen rankt sich jetzt ein großer Streit: Die Inhaber werfen der Konkurrenz, dem neuen Restaurant „The Silk“ (Eppendorfer Landstraße 6) vor, vier ihrer „Signature Gerichte“ – sie sind quasi die Aushängeschilder eines Lokals – eins zu eins kopiert zu haben.

Die Anschuldigungen sind öffentlich auf Instagram zu lesen: „Seit dem ersten Tag haben wir erlebt, wie sich Lokale von ,11:11’ inspirieren ließen und ihre eigenen Konzepte entwickelten. Das ist normal. So wächst die Branche“, heißt es. „Aber eins zu eins zu kopieren? Dieselben Gerichte. Dieselben Zutaten. Sogar die gleiche Anrichtung? Das geht zu weit.“

Empört schreiben sie: „Erstellt eure eigene Speisekarte! Ihr habt das Potenzial dazu – nutzt es für etwas Originelles, nicht für Diebstahl.“ An ihre Gäste appellieren sie: „Teilt diesen Beitrag. Hinterlasst einen Kommentar.“ Und: „Mache bewusste Entscheidungen darüber, welche Geschäfte du unterstützt“. Zwar nennen sie bei Instagram nicht den Namen „The Silk“ – verschickten ihn aber auf Nachfrage in den Kommentaren per Direktnachricht.

Die Inhaberin des „The Silk“ möchte Anzeige erstatten.
Die Inhaberin des „The Silk“ möchte Anzeige erstatten.

Auch gegenüber der MOPO sagt „11:11“-Inhaber Nam Hai Nguyen (32): „Das ist einfach ärgerlich. Ich habe sehr lange an unserer Speisekarte gearbeitet, viele unserer Gerichte gab es so vorher in Hamburg nicht.“ Als er das neue Brunch-Angebot des „The Silk“ bei Instagram sah, habe er zuerst gedacht: „Die haben unsere Fotos genommen.“ So groß sei die Ähnlichkeit.

Die MOPO erreicht am Telefon Anh Dao Tran Nguyen (40), die Inhaberin des „The Silk“: Sie bezeichnet die Anschuldigungen als unwahr. „Ich kenne das ,11:11’ gar nicht“, sagt sie zur MOPO. „Nur weil es länger am Markt ist, heißt es nicht, dass Speisen geklaut sind. Mein Koch kommt aus Vietnam und hat mehr als 20 Jahre Erfahrung. Wir reisen auch nach Japan oder Taiwan und lassen uns vor Ort inspirieren.“ Speisen wie die Ube-Waffel gebe es auch in Hamburg schon seit vielen Jahren. „Sauerteigbrot mit Lachs gibt es doch in jeder Bäckerei.“

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Sie sei schockiert darüber, „wie auf Instagram dazu aufgerufen wurde, sich von uns zu distanzieren. Wir sind neu, etablieren uns hier gerade und wurden gut angenommen. Sowas würde ich mit einem Konkurrenten nie machen“, sagt Anh Dao Tran Nguyen. Ohnehin seien ihr Hauptgeschäft der Lunch und das Abendessen und nicht der Brunch.

Sie wolle Anzeige wegen Rufschädigung, Verleumdung und unerlaubter Nutzung von Bildmaterial erstatten – denn das „11:11“ habe eines ihrer Fotos gepostet. Anh Dao Tran Nguyen: „Wenn das ,11:11′ den Post löscht, überlege ich, die Anzeige zurückzuziehen.“

Am Montagmorgen war das Posting bearbeitet: Das Foto des Gerichts und die Kommentare wurden gelöscht. (sir)