So wird Hamburgs autonomer Busverkehr funktionieren

Ein Bus der Hochbahn fährt am Hamburger Rathaus vorbei.
Ein Bus der Hochbahn fährt am Hamburger Rathaus vorbei.

Ein Bus, der ganz ohne Fahrer unterwegs ist. Schon seit mehreren Jahren plant die Hochbahn zusammen mit der VW-Tochter Moia ein autonomes Projekt, das jetzt auch im ganz normalen Linienverkehr ankommen soll. Hochbahn-Chef Robert Henrich sagte jetzt, warum dieser Schritt aus Sicht des Unternehmens zwingend ist und ab wann es in den Regelbetrieb geht.

Mehr als eine halbe Milliarde Fahrten zählte die Hochbahn im vergangenen Jahr in ihren Bussen und Bahnen – und in zehn Jahren sollen noch einmal mehr als 150 Millionen dazu kommen. „Dazu bräuchten wir nicht nur 300 zusätzliche Busse, sondern müssten auch 1000 zusätzliche Fahrerinnen und Fahrer einstellen“, sagte Hochbahn-Chef Robert Henrich am Dienstag. Schon jetzt sei es schwierig, genug Fahrpersonal zu finden, das die vielen Renten-Eintritte ausgleiche. „Und auch wirtschaftlich würde sich das überhaupt nicht lohnen“, ergänzte er.

Roboter-Busse im Hamburger Alltag: So soll’s klappen

Deshalb kommen sie ins Spiel: Roboter-Busse. Das Unternehmen kündigte an, drei Shuttles mit Platz für zehn Personen und drei „Midi Busse“ mit Platz für 30 Fahrgäste anzuschaffen. Diese sollen ab 2026 im Linienverkehr erprobt werden. Auf welchen Linien genau, darauf wollte sich Henrich noch nicht festlegen.

Zwei Jahre später, ab 2028, sollen diese Robo-Busse dann im alltäglichen Betrieb ganz normal mitfahren und Fahrgäste durch Hamburg transportieren. Den Beruf des Busfahrers sieht der Hochbahn-Chef dadurch allerdings nicht bedroht: „Wir bilden jeden Monat 30 neue Busfahrer aus, um der Verrentung hinterherzulaufen. Deshalb sind diese autonomen Projekte keine Bedrohung, sondern eine Entlastung“, sagte er. Wie genau die Roboter-Busse aussehen, steht noch nicht fest, dazu soll es eine Ausschreibung geben.

Das Fahrzeug „ID Buzz AD“ ist rechts im Bild zu sehen. Links steht ein Holon Mover, der eines Tages für die Hochbahn im Einsatz sein soll.
Das Fahrzeug „ID Buzz AD“ ist rechts im Bild zu sehen. Links steht ein Holon Mover, der eines Tages für die Hochbahn im Einsatz sein soll.

Davon unabhängig läuft noch das andere autonome Projekt, das die Hochbahn zusammen mit der VW-Tochter Moia entwickelt. Dort präsentierte die Hochbahn bereits im Jahr 2023 ihr Modell, den „Holon Mover“: Er bietet Platz für 15 Fahrgäste in einem loungeartigen Innenraum. Das Modell von Moia ist ein Roboter-Taxi, das für bis zu vier Fahrgäste ausgelegt ist.

Diese beiden Fahrzeuge sollen ab 2026 ebenfalls autonom Fahrgäste in Hamburg aufsammeln – allerdings nicht im Linienverkehr, sondern „On Demand“. Das bedeutet, dass man diese bei Bedarf in einer App buchen kann und es keine festen Fahrpläne oder Linienwege gibt.