Sechs Knackpunkte: So will Hamburg ab heute die Bürger überzeugen
Wo finden die Wettkämpfe statt? Wo wohnen die Athleten? Wie bewegen sich Tausende Sportler und Zuschauer durch die Stadt? Welche Stadtteile profitieren – und was soll das alles kosten? Die MOPO erklärt die wichtigsten Aspekte des Olympia-Konzepts.
Sportstätten
Der sogenannte „Olympic Park City“ und der „Olympic Park Altona“ stehen im Zentrum des Hamburger Konzepts. Auf der Binnenalster sind zum Beispiel schwimmende Plattformen für 3×3-Basketball, Bogenschießen oder Padel geplant. Das Olympische Dorf sowie die drei olympischen Kernsportarten Leichtathletik, Turnen und Schwimmen sollen in den Arenen im nördlichen Volkspark ausgerichtet werden.
Der Senat will vor allem auf bestehende Sportstätten setzen und sie durch temporäre Bauten ergänzen. Zusätzlich sollen einige Wettbewerbe wie Segeln in Kiel stattfinden – hier gab es am vergangenen Sonntag bereits ein positives Referendum.
Häufig ist im Zuge der Spiele auch von einem neuen Stadion im Volkspark die Rede, das später auch der HSV nutzen könnte. Dies wird zwar im Konzept schon für mögliche Wettkämpfe berücksichtigt, den Bau an sich zählt der Senat aber nicht zum Olympia-Konzept, was viele Gegner kritisch betrachten.
Olympisches Dorf
Während der Spiele sollen rund 15.000 Athleten und Offizielle in der bereits geplanten Science City in Bahrenfeld wohnen. Hier entstehen Apartments in unterschiedlichen Größen für zwei bis acht Personen. Nach den Spielen sollen sie mit geringem Aufwand in reguläre Wohnungen für rund 9000 Hamburger umgewandelt werden – mit einem Anteil geförderter Mietwohnungen von über 50 Prozent.

Finanzen
Der Senat rechnet mit einem 4,8 Milliarden Euro Organisationsbudget. Dieses Budget soll komplett durch die Olympia-Einnahmen gedeckt werden – und sogar noch 100 Millionen Euro an Gewinn erzeugen. Neben den Ausgaben für die Organisation der Spiele rechnet der Senat mit rund 1,3 Milliarden Euro Investitionen in Stadtentwicklung und Projekte zur Sportförderung. Gelder für „Unvorhergesehenes“ sind darin ebenfalls enthalten. Zu den Kosten für Sicherheitsausgaben äußert sich die Stadt aufgrund der dynamischen Weltlage aktuell noch nicht. Zwar hat der Bund bereits seine finanzielle Unterstützung zugesagt – aber keine konkreten Zahlen genannt.
Mobilität
Die Stadt setzt auf kurze Wege zwischen den Sportstätten, sodass vieles zu Fuß erreichbar wird. Zusätzlich sollen autonome Kleinbusse als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr während der Spiele zum Einsatz kommen und eigene olympische Radspuren geschaffen werden. Auf „Olympic Lanes“ – exklusive Autospuren für Sportler und Funktionäre – will Hamburg verzichten. Zusätzlich soll das „Park and Ride“-Angebot ausgebaut werden.

Nachhaltigkeit
Die Spiele sollen nicht nur klimaneutral, sondern klimapositiv werden – also mehr CO₂ einsparen, als verbrauchen. Heißt: 100 Prozent erneuerbare Energien, CO₂-freie Mobilität und die Nutzung nachhaltiger Materialien. Die temporären Sportstätten sollen später an anderer Stelle zum Einsatz kommen. Viele Parks sollen aufgewertet und verschönert werden. Die Stadt plant konkret ein „Olympisches Band“ vom Volkspark in Altona bis zum Wasserpark Dove-Elbe (Eichbaumsee).
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Tickets
Eine Million Tickets in der günstigsten Kategorie will der Senat für die Hamburger vorhalten. Für Ehrenamtler und Menschen mit geringem Einkommen ist ein kostenfreies Ticketkontingent geplant.
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