So schick sieht „bezahlbarer” Wohnungsbau jetzt in Hamburg aus
Seit zehn Jahren ist das Rathausviertel Wilhelmsburg in Planung. Ein Pilotprojekt, in dem der neue Hamburger Standard erprobt werden soll. Nun wurde der erste Zuschlag für ein privat finanziertes Bauvorhaben vergeben: Der Projektentwickler Primus will 31 bezahlbare Wohnungen und eine moderne Kita für 90 Kinder schaffen. Der erste Entwurf des achtgeschossigen Wohnhauses „Willie“ kann sich sehen lassen.
Das Rathausviertel Wilhelmsburg beginnt an der Mengestraße Richtung Norden und geht bis zur Rotenhäuser Straße. Rund 1900 Wohneinheiten, Studierendenwohnungen, Gewerbeflächen, Sporteinrichtungen und Kindertagesstätten sind geplant. Diese sollen nach dem „Hamburger Standard“ gebaut werden – ein neuer Baustandard, der Kosten reduzieren soll.
Um das zu gewährleisten, sollen unter anderem die Baustandards gesenkt werden. Etwa durch dünnere Wände oder Balkone ohne Schallschutz. Auch beim Brandschutz soll gespart werden, indem die Schiebeleiter der Feuerwehr künftig wieder als zweiter Rettungsweg akzeptiert wird. Zusätzlich soll die Investition in erneuerbare Heizenergie Einsparungen bringen.
Innovative Holzbauweise soll Wohnen bezahlbar machen
Den ersten Zuschlag für ein Bauvorhaben im Hamburger Standard hat sich nun das Unternehmen PRIMUS developments gesichert. Und zwar mit dem Bauprojekt „Willie“. Dieses umfasst eine Grundfläche von rund 3750 Quadratmetern. Hier soll ein achtgeschossiges Wohnhaus mit 31 bezahlbaren Wohnungen und eine Kita für 90 Kinder in „innovativer Holzbauweise“ entstehen.

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Die moderne Holzbauweise setze auf Zirkularität: „Die Trennbarkeit der eingesetzten Materialien wird erhöht und damit die Voraussetzung für deren Wiederverwendung geschaffen. Ein digitaler Ressourcenpass dokumentiert sämtliche eingesetzten Materialien und bewertet deren Kreislauffähigkeit“, heißt es in einer Mitteilung.
Baustart ist für 2028 vorgesehen
Für die Wohneinheiten wurden flexible Grundrisse mit zuschaltbaren Zimmern geplant. Diese Methode solle den unterschiedlichen Wohnsituationen und Lebensabschnitten der zukünftigen Bewohner gerecht werden. Wie auf der Visualisierung zu erahnen ist, soll die rote Fassade begrünt werden. Genauso wie das Dach. Angaben zu konkreten Quadratmeterpreisen macht das Unternehmen hingegen nicht.
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Das Grundstück liegt im südlichen Abschnitt der neuen Quartiersentwicklung des Wilhelmsburger Rathausviertels zwischen dem Wilhelmsburger Rathauspark und der Straße Am Inselpark. Nach der Vergabe des Grundstücks im November 2025 befindet sich das Projekt derzeit in der Vorplanung, die bis Mitte 2026 abgeschlossen sein soll. Anschließend wird der Bauantrag vorbereitet und voraussichtlich im Herbst 2027 eingereicht. Der Baustart ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen, die Fertigstellung bis 2030.
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