Was verdient eigentlich ein Mönch?
Über Geld spricht man nicht? Oh doch! Wir machen regelmäßig mit Menschen aus Hamburg den Kassensturz – in dieser Woche mit einem Mönch.
Ich bin Bruder Lukas und ich verdiene gar kein Geld. Bei meinem Eintritt ins Kloster Nütschau bei Bad Oldesloe vor 15 Jahren habe ich das Gelübde der Armut abgelegt. Das heißt, dass ich keinen eigenen Besitz habe. Alles, was ich benutze, gehört der Gemeinschaft, vom Handy bis zur Hose.
Kühlschrank ist voll, aber Sonderwünsche gibt es nicht
Wir leben einfach: Jeder hat im Kloster ein kleines Zimmer mit Bett, Tisch, Schrank und einem eigenen Bad. Gegessen wird gemeinsam, eingekauft für alle. Man gewöhnt sich sehr schnell daran, nicht selbst entscheiden zu können, was man kauft. Der Kühlschrank ist immer voll, Sonderwünsche gibt es kaum.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Absturz eines Menschenfängers: Der HSV und die Causa Kuntz
- Der Kampf um Olympia: Der Fakten-Check
- „Wir waren Crash-Kids“: In den 90ern kriminell. Heute?
- Strategie-Wechsel im Block-Prozess: Für den Familienanwalt wird’s eng
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: St. Pauli sucht Irvine-Ersatz
- 20 Seiten Plan 7: Dick Brave steuert auf Hamburg zu! Plus: Ausgeh-Tipps für jeden Tag
Falls ich doch mal etwas Bestimmtes brauche, frage ich den Bruder, der unsere Finanzen verwaltet. Wenn wir unterwegs sind, haben wir „Verfügungsgeld“ dabei, für ein Eis oder einen Kaffee. Da sind wir sehr großzügig. Geiz ist eine ganz schlimme Eigenschaft der Menschheit.
Kloster verdient Geld mit Gästebetrieb
Unser Geld kommt von unseren Häusern und Ländereien, inklusive großem Gästebetrieb mit 20.000 Besuchern pro Jahr. Die Einnahmen gehen vollständig in die Gemeinschaftskasse. Steuern zahlen wir nicht, auch keine Kirchensteuern. Wir sind normal krankenversichert, aber nicht rentenversichert. Sollte ich austreten, müsste das Kloster meine Rentenzeit nachversichern, damit der Staat nicht dafür aufkommen muss.
Was dieser Lebensstil mir schenkt, ist Freiheit. Es ist wirklich sehr entlastend, sich um das ganze Thema Geld nicht sorgen zu müssen. Ich muss mich nicht darum kümmern, dass genug Geld zum Leben da ist oder dass meine Versicherungen und Rechnungen bezahlt werden. Stattdessen kann ich meine Energie in meine Gebete, die Menschen und weitere Projekte stecken.
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Gleichzeitig sehe ich, wie sehr sich draußen alles ums Geld dreht. Das macht mir auch Sorgen. Wir haben so viele andere wichtige Währungen, zum Beispiel Zeit, gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit. Zeit für die Familie, Zeit füreinander – und die lässt sich eben nicht mit Geld kaufen.
0 Euro/Bruttogehalt im Jahr
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