Skandinavien direkt vor der Haustür: Hamburgs nordische Seiten
Mal schnell nach Skandinavien? Für ein bisschen nordisches Flair braucht niemand ins Auto zu steigen und weit zu fahren. Restaurants, Geschäfte und Sehenswürdigkeiten bringen das Lebensgefühl aus den Nachbarländern direkt nach Hamburg.
Skandinavien in Hamburg: Der Stuhlmannbrunnen
Hamburg war zwar niemals dänisch, aber Altona stand von 1640 bis 1864 unter dänischer Verwaltung und entwickelte sich zur zweitgrößten dänischen Stadt nach Kopenhagen. Der Stuhlmannbrunnen vor dem Altonaer Rathaus symbolisiert die Konkurrenz im Fischhandel zwischen Hamburg und dem damals dänischen Altona. Auch das Rathaus, damals der Altonaer Bahnhof, wurde noch zu dänischer Zeit gebaut.
Wildes Skandinavien
Auf dem Lieger Cäsar, einem 125 Jahre alten gelben Hausboot, direkt an der Elphi, begeistert Martin Schwarze im Restaurant „Askå“ mit seiner „wilden skandinavischen Küche“. Askå heißt Asche – viele der Gerichte werden am offenen Feuer zubereitet und haben ein typisches Rauch-Aroma. Auf der Karte stehen aktuell Spargelkreationen wie Fjordsalat oder Norwegian Surf & Turf, aber auch die Dauerbrenner weißer Heilbutt oder das. „Wild Scandinavian Tatar“. Schwarze und sein Team möchten mit dem „Askå“ das entspannte und entschleunigte Kopenhagen- und Stockholm-Feeling in Hamburg stärken.
„Askå“, Am Sandtorkai 60/68, Ponton 3, HafenCity, Mo 17 bis 22 Uhr, Di-Sa 12 bis 15 und 17 bis 22 Uhr
Stilvoll einrichten
Klare Formen und Linien, minimalistisch, aber trotzdem gemütlich – was skandinavische Designer entwerfen, entwickelt sich oft zum Klassiker. Neben den günstigen Varianten von Ikea gibt es hochwertige Möbel zum Beispiel bei Lys Vintage (Eppendorfer Weg 8, Mo. geschlossen). Passende Accessoires wie Vasen, Kerzenständer, Kissen oder Geschirr finden Freunde des skandinavischen Stils zum Beispiel in den sieben Filialen von Søstrene Grene (die neueste öffnet am 12. Juni in der Schanze) oder bei Danish Homestyle an der Reitbahn 2 in Hittfeld/Seevetal (Mo bis Sa von 19 bis 18 Uhr).
Vier Kirchen
Nebeneinander stehen die finnische, norwegische und dänische Seemannskirche an der Dietmar-Koel-Straße im Portugiesenviertel. Ein paar Meter weiter hat die schwedische Gustaf-Adolfs-Kirche ihren Platz. Sie wurden im 20. Jahrhundert für die zur See fahrenden Kirchenmitglieder erbaut und stehen unter Denkmalschutz. Die Kirchen sind zentraler kultureller Treffpunkt für Dänen, Finnen, Schweden und Norweger in Hamburg.
Alter Schwede
1999 wurde Deutschlands ältester Großfindling bei Baggerarbeiten für die Vertiefung der Fahrrinne im Flussbett der Elbe gefunden, am Elbufer aufgestellt und am 6. Juni 2000 offiziell auf den Namen „Alter Schwede“ getauft. Der Findling wiegt 217 Tonnen und kommt, wie eine Gesteinsanalyse zeigt, aus Südschweden.
Lakritz und Köttbullar
Elchsalami, Blaubeermarmelade und Apfelpfannkuchen, Hot Dogs, Köttbullar und natürlich Lakritz in allen Varianten – die beiden Karlsons _Restaurants in der Neustadt und im Grindelviertel sind nicht nur beliebter Treffpunkt zum Essen, sondern bieten auch skandinavische Spezialitäten im Ladengeschäft an.