Skandal um SPD-Landrat: Aufenthalt in Hamburger Luxushotel war noch viel teurer
Der Ärger um die teure Dienstreise des SPD-Landrats Stefan Sternberg nach Hamburg wird größer. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Landkreis Ludwigslust-Parchim deutlich mehr Geld für den Aufenthalt in einem Hamburger Luxushotel ausgegeben als bislang eingeräumt. MOPO hatte bereits darüber berichtet, dass Sternberg für drei Nächte im Designerhotel „Tortue“ rund 2700 Euro abrechnete.
Nach neuen Angaben summieren sich die Kosten jedoch weiter nach oben. Neben Sternberg und einem Mitarbeiter übernachteten drei weitere Beschäftigte der Kreisverwaltung in dem Fünf-Sterne-Hotel in der Hamburger Innenstadt. Für dieses Trio fielen zusätzliche rund 1500 Euro an. Insgesamt kosteten damit fünf Übernachtungen im Luxushotel mehr als 4200 Euro – im Schnitt rund 300 Euro pro Nacht und Person. Der NDR berichtete zuerst.
Besonders pikant: Laut Landesreisekostengesetz gelten Übernachtungskosten von 65 Euro pro Nacht als angemessen, ohne dass es einer besonderen Begründung bedarf. Auch der Bund der Steuerzahler hatte die ursprünglichen Rechnungen scharf kritisiert und Sternberg vorgeworfen, „Maß und Mitte“ verloren zu haben.
Fragliche Begründung für Übernachtung im Luxushotel
Der Landkreis hatte zuvor erklärt, für Sternberg und seinen Begleiter seien kurzfristig keine günstigeren Hotelzimmer mehr verfügbar gewesen. Diese Darstellung gerät nun ins Wanken. Denn insgesamt nahmen 14 Mitarbeitende der Kreisverwaltung an dem Fachkongress in Hamburg teil – neun von ihnen übernachteten in anderen, offenbar deutlich günstigeren Hotels. Für diese Gruppe entstanden Kosten von etwa 3800 Euro, also weniger als für die fünf Personen im Luxushotel.

Insgesamt beziffert der Landkreis die Ausgaben für den Kongress auf rund 8000 Euro. Brisant: Nach NDR-Informationen war kein weiterer Landrat oder Oberbürgermeister aus Mecklenburg-Vorpommern vor Ort. Mitarbeitende aus dem Nachbarkreis Nordwestmecklenburg nahmen lediglich digital teil.
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Der Fall hat inzwischen auch die Landes-SPD erreicht. Sternberg ist stellvertretender Landesvorsitzender, parteiintern soll es deutliche Kritik geben – öffentlich äußern will sich jedoch kaum jemand, auch mit Blick auf den Wahlkampf. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ließ über eine Sprecherin mitteilen, sie wolle sich dazu nicht äußern.
Ganz ausgestanden ist die Affäre damit nicht: Am 18. März soll sich Sternberg im Kreisausschuss zu seiner Dienstreise erklären. Die Sitzung findet allerdings hinter verschlossenen Türen statt. (rei)
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