Sirenen, Bunker, Notversorgung: Wie gut ist Hamburg gerüstet?

Umgebauter Bunker in Hamburg
Alle Bunker in Hamburg wurden umgebaut und dienen nun nicht mehr dem Zivilschutz.

Die Kriegsangst ist zurück in Deutschland – und mit ihr die Frage, wie gut wir im Notfall eigentlich geschützt sind. Mit Blick auf die Bundeswehr ist derzeit einiges in Bewegung: 100 Milliarden Euro Sondervermögen, eine Debatte über Wehrpflicht, mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung. Niedersachsen will nun auch den Zivilschutz stärken. Und Hamburg?

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius möchte den Zivilschutz in Deutschland ausbauen. Er kündigte ein Paket an Maßnahmen an, das er der Landesregierung demnächst vorstellen möchte. Konkret geht es dabei um Sirenen zur Warnung der Bevölkerung, Notstromaggregate, Zelte zur Notunterbringung, die Trinkwasserversorgung und Satellitentelefone.

Hamburg: Hansestadt hat keine funktionsfähigen Bunker

Nach dem Ende des Kalten Krieges habe man sich an eine friedliche Welt gewöhnt, sagte Pistorius. Das Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung sei daher gesunken.

In Hamburg wird das vor allem mit Blick auf Bunker deutlich: Derzeit stehen in der Hansestadt keine Schutzräume für den Zivilschutz zur Verfügung, so die Innenbehörde. Seit 2007 sind die vorhandenen Schutzräume teils privatisiert, teils von der Stadt Hamburg übernommen worden. Die Bunker wurden umfunktioniert und umgebaut – oft zu teuren Apartmenthäusern.

Im Katastrophenfall: Hamburg verfügt über 123 Sirenen

Etwas besser steht Hamburg mit Blick auf Warnsirenen da: Derzeit verfügt die Stadt über 123 Sirenen. Bislang kamen sie jedoch hauptsächlich bei Sturmfluten zum Einsatz, weshalb sie vor allem in den davon betroffenen Gebieten der Stadt installiert sind. Doch nicht nur Sirenen, auch die WarnApp NINA des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe dient in Notfällen zur Warnung der Hamburger. Dazu: Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen.

Und wie sieht es mit Notstromaggregaten, Zelten und ähnlichem Zubehör aus? Der Sprecher der Innenbehörde versichert: Allen Behörden Hamburgs stehen im Falle eines Stromausfalls Aggregate zur Verfügung. Zelte und ähnliche Ausstattung zur Versorgung der Menschen seien bei den Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk ausreichend vorhanden.

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Generell obliegt dem Bund die Zuständigkeit für den Schutz der Bevölkerung im Bereich Zivilschutz. Regelungen und Konzepte würden im Rahmen der „Konzeption zivile Verteidigung“ kontinuierlich weiterentwickelt, heißt es. Dazu gehöre auch die „Stärkung der Eigenverantwortung“ der Bevölkerung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe informiert auf seiner Webseite, was jeder im Falle einer Notsituation beachten sollte.