Handwerkspreis

Haspa-Vorstandssprecher Harald Vogelsang (l.), Bestattermeisterin Seren Gören, Handwerkskammerpräsident Hjalmar Stemmann, Ofenbaumeister Julian Stern und Olaf Oesterhelweg, stellv. Sprecher des Haspa-Vorstands Foto: Romanus Fuhrmann/Haspa

„Ein bisschen wie bei den Oscars“: Hamburg verleiht ganz besondere Preise

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Bis zur letzten Sekunde ahnten sie nichts: „Es ist ein bisschen wie bei den Oscars“, sagte Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstagabend bei der Verleihung des Hamburger Handwerkspreises. Der Fuhlsbütteler Kaminbauer Julian Stern durfte sich über die Auszeichnung als „Handwerker des Jahres“ freuen. Der Preis für den „Handwerksbetrieb des Jahres“ ging an „Das Himmelsprojekt“ der jungen Bestatterin Seren Gören aus Rotherbaum.

„Das fühlt sich ein bisschen an, wie nach einem langen Arbeitstag, wenn ein Projekt fertig ist“, sagte Stern als er den Preis entgegennahm. Der 43-jährige Ofenbaumeister war sichtlich überwältigt. Stern betreibt gleich zwei Firmen, die auf unterschiedliche Energien setzen: „Elbkamine Hamburg“ und „Elektrokamine Hamburg“.

Mit den Elbkaminen fing Stern, der ursprünglich aus Niedersachsen kommt, im Jahr 2020 an. Dann kam die Pandemie: „Bei null angefangen – und dann war ich plötzlich unter Wasser“, so beschreibt er es. Doch dann stieg die Nachfrage plötzlich, weil es sich viele zu Hause besonders gemütlich machen wollten.

Handwerker des Jahres: Kaminbauer und Bestatter

Neben den handgefertigten Lagerfeuern fürs Wohnzimmer bietet Stern über seine zweite Firma auch LED-Alternativen an. „Die Geräte sind sauber, wartungsarm und erzeugen null Prozent Emission“, so Stern. Noch machen sie erst rund zehn Prozent seines Geschäfts aus: „Das wird sich aber ändern“, ist Stern sicher.

Ofenbaumeister Julian Stern ist Hamburgs „Handwerker des Jahres“. Romanus Fuhrmann/Haspa
Julian Stern
Ofenbaumeister Julian Stern ist Hamburgs „Handwerker des Jahres“.

Die 30-jährige Seren Gören durfte sich mit „Das Himmelsprojekt“ über die Auszeichnung „Handwerksbetrieb des Jahres“ freuen. „Vor eineinhalb Jahren hätte ich niemals gedacht, heute hier zu stehen“, sagte die Bestattermeisterin auf der Bühne. Ihren modernen Betrieb in Rotherbaum gibt es nämlich noch nicht so lange.

Das „Himmelsprojekt“ von Bestattermeisterin Seren Gören ist als „Handwerksbetrieb des Jahres“ ausgezeichnet worden. Romanus Fuhrmann/Haspa
Seren Gören
Das „Himmelsprojekt“ von Bestattermeisterin Seren Gören ist als „Handwerksbetrieb des Jahres“ ausgezeichnet worden.

„Wir müssen handwerkliche, administrative und psychologische Fähigkeiten mitbringen“, sagt Gören. „Menschen kommen mit einem traurigen Gefühl zu uns, gehen sollen sie mit einem guten und vor allem sicheren Gefühl.“ Die 30-Jährige würde gern weitere Standorte eröffnen, um das Himmelsprojekt als Marke für moderne Bestattungskultur zu etablieren.

Kunden entscheiden über Preisträger

„Sie stehen für Innovation und Lebendigkeit, machen deutlich, wie attraktiv das Handwerk als Brückenbauer zwischen Tradition und Moderne ist“, lobte Haspa-Vorstandssprecher Harald Vogelsang die Preisträger. Der Handwerkspreis wurde in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal von Handwerkskammer und Hamburger Sparkasse vergeben. Die Handwerker und Betriebe werden von zufriedenen Kunden vorgeschlagen und entschieden. Eine Jury prüft begleitend die handwerkliche und betriebliche Qualität.

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„Immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger beteiligen sich an der Nominierung und der anschließenden Wahl – ein Zeichen für die wachsende Verbundenheit unserer Stadt mit den rund 15.000 Handwerksbetrieben und ihren etwa 105.000 Beschäftigten“, ergänzte Handwerkskammerpräsident Hjalmar Stemmann. „Die diesjährigen Preisträger zeigen eindrucksvoll: Wer sein Handwerk beherrscht und liebt, setzt Kräfte frei, die weit über die Werkstatt hinausreichen“, lobte Senatorin Leonhard.

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