Sternekoch Matteo Ferrantino verlässt das „Bianc“ – aus privaten Gründen.

Sternekoch Matteo Ferrantino verlässt das „Bianc“ – aus privaten Gründen. Foto: Florian Quandt

„Sie braucht mich“: Sternekoch verrät sehr privaten Grund für seinen Ausstieg

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Es kam für viele völlig überraschend: Zwei-Sterne-Koch Matteo Ferrantino verlässt das Restaurant „Bianc“ in der HafenCity. In einer emotionalen Abschiedsbotschaft schrieb er, eine „Auszeit“ zu brauchen. Nun hat er in einem Interview die konkreten Gründe verraten – es geht um seine Familie.

Diese Nachricht erschütterte Hamburgs Spitzengastronomie: Zwei-Sterne-Koch Matteo Ferrantino verlässt Ende Dezember das „Bianc“ in der Straße Am Sandtorkai. In einem öffentlichen Schreiben verriet er kürzlich, wie schwer ihm das fällt. Jetzt hat er in einem Interview über die konkreten Gründe gesprochen: „Ich möchte zurück zu meiner Familie“, zitiert der „Genuss Guide“ den Spitzenkoch. Es sei für ihn an der Zeit, zurück nach Apulien zu gehen. 

Sternekoch verlässt das „Bianc“: Matteo Ferrantino will sich um seine Mutter kümmern

„Ich habe drei Lieben in meinem Leben“, so der 47-Jährige weiter. „Meine Mutter, meine Frau und mein Baby, das Restaurant. Das ,Bianc’ wird immer mein Baby bleiben, allerdings ist es jetzt Zeit, es abzugeben und mich meinen anderen Lieben zu widmen.“

Blick in das Restaurant „Bianc“ in der HafenCity picture alliance/dpa/Georg Wendt
Blick in das Restaurant „Bianc“ in der HafenCity
Blick in das Restaurant „Bianc“ in der HafenCity

Seine Mutter sei der Grund gewesen, überhaupt über den „Bianc“-Ausstieg nachzudenken. „Vor etwa einem Jahr hat meine Mutter zu mir gesagt: Matteo, ich brauche dich“, erzählt er laut „Genuss Guide“. Gemeinsam mit seiner Frau Ursula, die auch im „Bianc“ arbeitet, werde er deshalb nach Italien ziehen. Er wolle sich dort für mindestens ein Jahr um seine Mutter kümmern, Zeit mit seinen Geschwistern verbringen – und eine Pause einlegen.

„Bianc“: Sternekoch zieht im neuen Jahr nach Italien

Außerdem plane er, mindestens einen Monat lang mit seiner Frau den Jakobsweg zu gehen, um „den Kopf frei zu kriegen“. Konkrete Pläne für danach habe er noch nicht.

Matteo Ferrantino ist ein Familienmensch – auch im April verbrachte er die Ostertage in Italien, zeigt auf Instagram ein Foto mit sich und seinen Liebsten. Bei ihnen könne er „neue Energie zu tanken und Inspiration sammeln“, schrieb er damals dazu. Und in einem früheren MOPO-Gespräch schwelgte er in Erinnerungen, wie seine „Mamma“ ihm in seiner Kindheit häufig – aufwendig und mit viel Liebe – Spaghetti Bolognese gekocht hat.

Ferrantinos Mutter lebt in der Gemeinde Mattinata in Apulien – hier ist Matteo Ferrantino groß geworden. Mit vier Jahren hat er zum Spaß schon in der Pizzeria von Verwandten mitgeholfen, machte später seine Ausbildung an einer Kochschule. Und ging mit 18 Jahren nach Mallorca, um in einem ganz einfachen Restaurant zu arbeiten. Durch Zufall lernte er dort Spitzenkoch Roland Trettl kennen – seine Chance, in die Top-Gastronomie aufzusteigen. Ein gut betuchter Stammgast verhalf Ferrantino schließlich zu seinem eigenen Restaurant. Er finanzierte ihm das „Bianc“ in der HafenCity. In nur zwei Jahren erkochte sich Matteo Ferrantino hier zwei „Michelin“-Sterne.

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Im „Bianc“ soll es auch zukünftig weitergehen: Ab dem kommenden Jahr übernimmt dort der Spitzenkoch Marvin Böhm, der als Sous-Chef im weltbekannten Drei-Sterne-Restaurant „Aqua“ im Ritz-Carlton Wolfsburg gearbeitet hat. Mit welchem Konzept Böhm in der HafenCity startet, ist allerdings noch offen.

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