„Serviced Apartments“ für Hamburgs Süden: Wohnraum oder Luxusfalle?
In der Lüneburger Straße, der Haupteinkaufsmeile im Hamburger Süden, klafft auf Höhe der Hausnummer 5 eine große Lücke. Doch damit soll bald Schluss sein. Ein Investor lässt dort in Laufnähe zur Technischen Universität (TU) 88 sogenannte „Serviced Apartments“ errichten. Was steckt dahinter, wer soll diese nutzen und vor allem: Wie viel kostet das dann eigentlich?
Erworben hat das 700 Quadratmeter große Grundstück die Immobilien-Gruppe „Centralis“ mit Sitz in Hamburg, die nach eigener Aussage auf die „Entwicklung und Revitalisierung von Hotels und Serviced Apartments in Bestlagen“ spezialisiert ist.
Harburg: In der Lüneburger Straße entstehen „Serviced Apartments“
Letztere sollen jetzt auch an der Lüneburger Straße entstehen: „Serviced Apartments“, das bedeutet voll möblierte Räume, die zeitweise gemietet werden können. 88 Stück sind davon in Planung, sie sollen laut einer Sprecherin zwischen 20 und 35 Quadratmeter groß sein. Oft gibt es bei diesen Modellen auch noch Gemeinschaftsräume, wie zum Beispiel Fitness-Studios, Lounges oder Dachterrassen – das steht hier allerdings noch nicht fest.
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Auf die Frage nach den Preisen antwortet die Sprecherin ausweichend: „Die Preise der Zimmer werden entsprechend der Nachfrage, des jeweiligen Marktpreises oder der aktuellen Auslastung an den Standorten automatisch für 365 Tage im Voraus berechnet“, sagt sie. „An Tagen mit hoher Nachfrage, wie zum Beispiel Messen oder Großveranstaltungen, steigt der Preis entsprechend automatisch an. Der Algorithmus greift dabei auf ein Machine Learning-Verfahren zurück, indem er historisch überprüft, welche Auslastung beim jeweiligen Preis und der Nachfrage erzielt wird.“
Wie viel kosten „Serviced Apartments“ eigentlich?
Vermietet werden sollen die Apartments dann künftig von „Limehome“, dem führenden europäischen Betreiber von voll digitalisierten Design-Apartments mit Sitz in München. In der Hansestadt betreibt „Limehome“ bereits „Serviced Apartments“ im Graumannsweg im Stadtteil Hohenfelde. Wer dort auf der Webseite unterwegs ist, bekommt immerhin mal einen Eindruck von den Preisen, die „Limehome“ für seine Apartments auffährt: Ab Juli 2025 wäre dort zum Beispiel wieder was frei, für 1610 Euro pro Monat – ein kürzerer Aufenthalt ist nicht möglich. Dafür verspricht das Unternehmen: „Designermöbel“, „Kaffee und Tee als Willkommensgeschenk“ und „Kosmetik Made in Italy“.
Es scheint, als würde der zunehmende Trend von (oftmals hochpreisigen) Mikro- und Serviced-Apartments jetzt auch südlich der Elbe ankommen. Bislang wurden diese hauptsächlich in Hauptbahnhof-Nähe wie im Münzviertel und in Hammerbrook oder in Altona errichtet. Dort richten sich die Angebote auch oftmals ausdrücklich an Studierende, wie im „The Fizz“ an der Ecke Wendenstraße/Sachsenstraße. Hier kosten 22-Quadratmeter Apartments 980 Euro im Monat.
Das ist hier zwar nicht der Fall, trotzdem liegen die „Serviced Apartments“ in der Lüneburger Straße in Fußnähe zur Technischen Universität. Die verzeichnete zuletzt ein deutliches Plus an Studierenden, die oftmals nicht aus der Hansestadt kommen und daher eine WG oder Wohnung auf dem umkämpften Hamburger Wohnungsmarkt suchen. Dafür müssen sie dann entweder sehr viel Glück haben – oder ein besonders dickes Portemonnaie.
Baubeginn in der Lüneburger Straße ist voraussichtlich in den ersten Monaten des Jahres 2025, ein Baurecht liegt bereits vor. Fertiggestellt werden sollen die Apartments dann zwischen Juli und August 2026.