Ein Baugerüst steht an einem Haus.

Während der Hamburger Senat sich über das Ergebnis der Wohnraumförderung 2025 feiert, kommt Kritik von der Opposition. (Symbolbild) Foto: picture alliance / ABBfoto

Senat feiert sich für Sozialwohnungs-Rekord – doch die Sache hat einen Haken

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Bezahlbares Wohnen bleibt in Hamburg ein Dauerthema. Öffentlich geförderte Wohnungen mit Preis- und Belegungsbindungen sollen helfen, den Markt zu entspannen – doch: gelingt das? Darüber streiten sich nun der Senat und die Opposition. Während der Senat von einem „Rekordergebnis“ spricht, halten CDU und Linke dagegen: Ziele seien verfehlt und der Wohnungsmangel bleibe.

In Hamburg ist im vergangenen Jahr der Bau von 2742 neuen Wohnungen mit staatlicher Förderung und Sozialbindung bewilligt worden. Der Senat gibt zwar zu, dass man damit knapp zwölf Prozent unter dem Ergebnis vom Vorjahr liege, bezeichnet es aber dennoch als „überzeugendes Ergebnis“. Trotzdem bleibt er hinter dem selbstgesteckten Ziel von 3000 Neubauwohnungen jährlich zurück, wie die Linksfraktion kritisiert.

Senatorin spricht von Rekordergebnis

Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) konzentriert sich hingegen auf eine größere Zahl: 6369. So viele Wohnungen mit Sozialbindungen haben 2025 eine Förderbewilligung erhalten. Die Senatorin spricht von einem „Rekordergebnis, wie wir es seit über 25 Jahren nicht mehr erreicht haben“.

Wohnungsbau in Hamburg (Symbolbild) dpa
Wohnungsbau in Hamburg (Symbolbild).
Wohnungsbau in Hamburg (Symbolbild)

Hamburg bleibe im Bundesvergleich Spitzenreiter bei der Förderung von Neubau und Modernisierung. „Damit sichern wir bezahlbaren Wohnraum für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen und stärken den sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt.“

CDU: „Tropfen auf den heißen Stein“

Kritik kommt aus der Opposition. Anke Frieling, die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, bezweifelt, dass die neuen Wohnraumförderungen langfristige Erfolge bringen. Sie sagt: „Die präsentierten Zahlen sollen beeindruckend klingen, lösen aber das Grundproblem nicht.“ Hamburg brauche mehr bezahlbaren Wohnraum, schließlich hätten rund 643.000 Haushalte Anspruch auf eine Sozialwohnung. Von den 6369 Wohnungen mit Sozialbindungen, für die sich der Senat feiere, seien nur 2742 Wohnungen neu gebaut worden. Die Neubauten seien damit „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“.

Wie groß die Wohnungsnot in Hamburg ist, zeigt eine Analyse des Pestel-Instituts: über 25.000 Wohnungen fehlen. 7000 stehen aktuell leer.

Billiger Wohnraum in Hamburg – Senat bleibt hinter Ziel zurück

Die Senatsbilanz bezieht außerdem den Bestand mit ein. Die Zahl der Mietpreis- oder Belegungsbindungen, die durch geförderte Sanierungen von Bestandswohnungen entstanden, nahm um knapp 1000 auf 1625 zu. Zudem wurden den Angaben zufolge 2002 Sozialwohnungen durch eine Bindungsverlängerung oder den Ankauf von Belegungsbindungen im Bestand gehalten – knapp 200 mehr als 2024. 

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Die Linksfraktion weist darauf hin, dass der Bestand aufgrund auslaufender Bindungen bei 80.000 stagnieren würde. Die wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion, Heike Sudmann, sagt dazu: „Besonders krass ist das Versagen bei den am dringendsten benötigten Wohnungen unter acht Euro pro Quadratmeter nettokalt.“ Nur knapp 1700 statt 2300 dieser Wohnungen wurden genehmigt. (dpa/esk)

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