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Schüler (18) drohte die Abschiebung: Joel darf bleiben

Joel mit seinen Mitschülern vor dem Rathaus in Hamburg.
Joel soll abgeschoben werden, obwohl er gut integriert ist. Die Mitschüler des Jungen kämpfen nun für sein Bleiberecht.

Als Minderjähriger kam Joel nach Hamburg, er lernte schnell Deutsch, war fleißig in der Schule – und soll nun abgeschoben werden. Seine Mitschüler von der Nelson-Mandela-Schule in Wilhelmsburg wollen das verhindern und starteten eine Petition. 104.784 Menschen haben für Joel unterschrieben. Am Donnerstag übergaben die Schüler die Petition an Ekkehard Wysocki (SPD), dem Vorsitzenden der Härtefallkommission.

Die Kommission tagte noch am Donnerstag, entschied einstimmig: Joel soll bleiben. Diese Empfehlung ging direkt an Innensenator Andy Grote (SPD), der in besonderen Härtefällen vom Vollzug einer Abschiebung absehen kann. Am frühen Nachmittag dann die erlösende Nachricht: Ein Sprecher der Ausländerbehörde sagte: „Nach der Entscheidung wird nun sehr kurzfristig die Erteilung eines Aufenthaltstitels erfolgen.“ Schon in den nächsten Tagen sei damit zu rechnen.

Schüler aus Wilhelmsburg hat sich schnell integriert

Joel kam 2020 auf nicht legalem Weg nach Hamburg. Er war in Ghana bei der Familie seines Vaters aufgewachsen und als sich nach dem Tod der Großmutter keiner mehr um den Jungen kümmern wollte, machte Joel sich auf den Weg nach Hamburg, wo sein Vater lebte, mit einem gesicherten Aufenthalt. So schildert es Joels Anwältin Michaela Koch im Gespräch mit der MOPO.

Der 14 Jahre alte Sohn bekam eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen, lebte bei seinem Vater und der kleinen Halbschwester, lernte schnell Deutsch, schrieb gute Noten. Der Schüler, ein ausgeglichener Jugendlicher, beliebt bei seinen Klassenkameraden, stellte sich als so begabt heraus, dass seine Lehrer ihn nach dem Mittleren Schulabschluss für das Abitur empfahlen.

Joel habe die deutsche Sprache ungewöhnlich schnell gelernt, sagte seine Klassenlehrerin Elif Basboga, die die Petition angestoßen hatte. „Joel ist super integriert, ein fleißiger Schüler und baldiger Abiturient.“ Als er ihr den Brief seiner Anwältin mit der Abschiebeankündigung gezeigt habe, sei für sie und Joels Mitschüler klar gewesen, dass man etwas tun müsse.

Von der großen Zahl der Unterstützer zeigte sich Basboga überwältigt. „Ich habe anfänglich gehofft, vielleicht kommen 1000 Stimmen zusammen, das wäre schon toll. Aber über 100.000 Stimmen – das ist eine andere Dimension.“

Mit dem 18. Geburtstag erlosch die Aufenthaltserlaubnis

Das Problem im Fall von Joel war, dass mit seinem 18. Geburtstag im August 2023 die Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen erloschen ist. Und nun wird es juristisch kompliziert, denn eigentlich sollen besonders gut integrierte Jugendliche nach vier Jahren eine eigene Aufenthaltserlaubnis bekommen. Aber: 2023 wurde ein Passus in das Gesetz eingefügt, wonach dieses Privileg nur Jugendliche bekommen, die in den vergangenen 12 Monaten geduldet waren. „Wer einen besseren Status als eine Duldung hatte, profitiert davon nicht“, erklärt Anwältin Michaela Koch. „Und Joel hatte eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen.“ Hintergrund dieser Regelung, die selbst vielen Juristen neu ist, soll sein, dass Jugendliche, die nur geduldet sind, sich bei der Integration ja noch mehr anstrengen müssen.

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Joel selbst ist natürlich glücklich: „Ich bin überwältigt! Danke, dass ihr das alles mt eurer Unterstützung ermöglicht habt!“, teilte er via Instagram den vielen Menschen mit, die sich für ihn ins Zeug gelegt haben.

Als Minderjähriger kam Joel nach Hamburg, er lernte schnell Deutsch, war fleißig in der Schule – und soll nun abgeschoben werden. Seine Mitschüler von der Nelson-Mandela-Schule in Wilhelmsburg wollen das verhindern und starteten eine Petition. 104.784 Menschen haben für Joel unterschrieben. Am Donnerstag übergaben die Schüler die Petition an Ekkehard Wysocki (SPD), dem Vorsitzenden der Härtefallkommission.