Schon vier Feuer im Ex-Baumarkt: Wann kommt wieder Leben in diesen „Lost Place”?
Seit Oktober brannte es in Bergedorfs bekanntestem „Lost Place“ bereits vier Mal – zuletzt am 3. Januar. Zwölf Jahre ist es schon her, dass der ehemalige „Max Bahr“-Baumarkt in Bergedorf schließen musste und seit der Möbel-Gigant „XXXLutz“ das inzwischen mehr als heruntergekommene Gelände übernahm. Mehrere Pläne waren in der Vergangenheit gescheitert, doch bald könnten die Karten neu gemischt werden.
Als die Feuerwehr am späten Nachmittag des 25. Dezember zum ehemaligen „Max Bahr“-Baumarkt an der Kurt-A.-Körber-Chaussee gerufen wurde, loderten die Flammen bereits aus den mit Holzbrettern vernagelten Eingängen. Erneut löschten die Einsatzkräfte das Feuer, genauso wie Mitte Dezember und Ende Oktober. Und schon kurz nach Jahreswechsel wurden sie zum vierten Mal innerhalb weniger Monate zu dem ehemaligen Baumarkt gerufen.
Bergedorf: Ehemaliger „Max Bahr“ verkommt zum „Lost Place“
Auf dem Parkplatz wuchert heute nur noch das Unkraut, die einst leuchtend gelbe Fassade ist verwittert – und inzwischen wohl auch verkohlt. Im Jahr 2013 hatte die Baumarkt-Kette „Max Bahr“ Insolvenz angemeldet, und die Filialen in Hamburg schlossen eine nach der anderen, auch die in Bergedorf. Anfang 2014 übernahm dann „XXXLutz“ das Grundstück.
Zwischenzeitlich wurde der Standort als Geflüchtetenunterkunft genutzt, anschließend wollte „XXXLutz“ an der Stelle ein „Mömax Trendmöbelhaus“ errichten. Doch die Pläne wurden jahrelang abgelehnt: Nicht nur sah es das Baurecht an dieser Stelle nicht vor, die Bezirkspolitik befürchtete zudem, potenzielle Kunden aus der Bergedorfer Innenstadt abzuwerben.
SPD und CDU wollen Bergedorfer City-Konzept überarbeiten
Doch die Zeiten haben sich geändert, finden die CDU und SPD: Am 18. Dezember beschloss die Bezirksversammlung den Antrag der beiden Parteien, das Bergedorfer Einzelhandelskonzept zu überarbeiten. Bislang ist es so, dass sogenannte „zentrumsrelevante“ Betriebe, wie Möbelmärkte, Schuhe, Elektronik oder Bücher, sich nur rund um das Sachsentor und die Alte Holstenstraße ansiedeln können. Das sei nicht mehr nachvollziehbar, argumentierten CDU und SPD in ihrem Antrag.
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Seit der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg gebe es pominenten Leerstand und Baulücken mitten im Bergedorfer Zentrum. Man könne „nichts schützen, was in der Innenstadt nicht mehr vor Ort ist. Die vage Hoffnung, dass sich die bisherigen Sortimente in der Bergedorfer Innenstadt neu ansiedeln, darf nicht zu prinzipiellen Ablehnungen an anderer Stelle führen“, heißt es. Wie zum Beispiel an der Kurt-A.-Körber-Chaussee? Der Antrag wird diesbezüglich nicht genauer.
So geht es jetzt weiter mit dem ehemaligen Baumarkt-Areal
Der Bezirk und „XXXLutz“ bestätigen auf Nachfrage, dass man immer noch miteinander im Austausch sei. „XXXLutz“ erklärt, dass das Unternehmen zudem grundsätzlich weiterhin Interesse daran habe, an dem Standort ein „Mömax Trendmöbelhaus“ zu errichten.
Für das gesamte Areal steht in den kommenden Jahren ohnehin ein großer Umbruch bevor: Im Frühjahr 2027 zieht der frühere Maschinenbauer Hauni von der Kurt-A.-Körber-Chaussee in die neu entstehende Fabrik des Körber-Konzerns an der A25. Schon im Februar 2026 startet deshalb ein neuer Planungsprozess für das Gelände an der Kurt-A.-Körber-Chaussee – inklusive des Areals des ehemaligen „Max Bahr“-Baumarktes.