Schock für Harburger: Das MidSommerland ist noch jahrelang geschlossen

MidSommerland
Die Holzdecke im MidSommerland hat sich nicht als lange haltbar erwiesen.

Kein Bad- und Saunabetrieb im vergangenen Herbst und Winter, keiner jetzt im Sommer und ganz sicher auch keiner in der nächsten kalten Saison: das MidSommerland in Wilstorf ist seit neun Monaten geschlossen, ohne dass Sanierung und Umbau überhaupt gestartet sind. Wieso wurde es nicht einfach wieder geöffnet, als klar war, dass die Bauarbeiten sich deutlich verzögern? Und wann ist es endlich soweit? Für die Harburger gibt es schlechte Neuigkeiten – und die Verzögerungen führen zu weiteren Problemen.

Die schlechte Nachricht zu Beginn: Das gesamte MidSommerland wird erst Ende 2027 wieder in Betrieb gehen. Die Abbrucharbeiten starten zwar noch in diesem Jahr, aber danach wird erst einmal die neue Trainingsschwimmhalle gebaut. „Sie soll dann 2026 eröffnet werden“, sagt Bäderland-Sprecher Michael Dietel. Aber der Hauptkomplex mit den Spaßbecken, der Therme und den Saunen wird erst danach Ende 2027 fertig sein.

Hamburg: Bäderland hatte höhere Bauauflagen in Wilstorf

Als Grund für die Verzögerungen, die mittlerweile schon neun Monate andauern, gibt Dietel an, dass die Baugenehmigung sich verzögerte und es neue Bauauflagen gegeben hätte, die dann erst einmal neu geplant werden mussten. Dabei ging es unter anderem um den Schutz von alten Bäumen auf dem Gelände. „Das ganze zog sich insgesamt dann über zwei Jahre hin“, so Dietel. Was auch zu enormen Kostensteigerungen geführt hätte. Am Ende geht es nun um eine Summe von rund 50 Millionen Euro.

Facebook Bäderland
Im September 2023 postete Bäderland noch, dass die Modernisierung im Oktober beginnt.

Fragt sich nur, wieso das Bad nicht einfach wieder geöffnet wurde, als die Verzögerungen sich abzeichneten. „Weil mittlerweile klar war, dass die Schäden an der Holzdecke noch größer waren als erwartet.“ Man habe das Bad immerhin ein ganzes Jahr länger geöffnet, als ursprünglich geplant war. Und es habe sein Lebensalter erreicht. Dietel: „Wir wollten dann auch sicherstellen, dass der Betrieb sicher ist und niemandem beim Baden etwas auf den Kopf fällt.“

Schon marode? Dabei ist das Bad erst 27 Jahre alt, es gibt deutlich ältere Schwimmhallen in der Stadt. Dietel erklärt das mit der Wahl und der Verarbeitung von Holz in der Decke damals. Beton würde einfach viel länger halten und die Technik habe sich auch weiterentwickelt.

Das könnte Sie auch interessieren: MOPO-Reporter war in Paris dabei: Das Olympia-Vorbild

Ein großer Kostenfaktor, der auch die Baumaßnahme weiter verzögerte, waren dann die energetischen Vorgaben. Dietel: „Hätten wir die Baugenehmigung wie erwartet mehr als ein Jahr früher bekommen, hätte die neue Gesetzeslage für das Bad noch nicht gegolten.“ Denn nun muss Bäderland wie alle anderen Bauherren auch dafür sorgen, dass das Bad zu 65 Prozent über regenerative Energien betrieben wird. Was sinnvoll ist, aber auch Zeit und Geld kostet.