Schlechte Nachrichten für Pendler: Die Elbbrücken werden zum Dauerproblem
Aus Hamburg hinaus- oder hereinzufahren gestaltet sich im Süden der Stadt aktuell noch schwieriger als sonst: Nicht nur ist die Freihafenelbbrücke seit knapp einem Monat komplett gesperrt. Auch die benachbarte Neue Elbbrücke wird deutlich länger als ursprünglich vorgesehen nur eingeschränkt nutzbar sein. Und in wenigen Tagen wird dann auch noch eine wichtige Zubringerstraße verengt.
Knapp einen Monat ist es her, dass ein mit Containern beladenes Binnenmotorschiff die Freihafenelbbrücke gerammt und das Bauwerk dabei beschädigt hat. Seitdem ist die Brücke mit den prägnanten, stählernen Fachwerkbögen für Fußgänger, Auto- und Radfahrer komplett gesperrt – voraussichtlich bis zum 30. November, hieß es damals.
Freihafenelbbrücke ist seit Ende Oktober gesperrt
Das wäre am kommenden Sonntag. Doch auf Nachfrage sagte ein Sprecher der Hafenbehörde HPA, dass die Entscheidung über eine Wiedereröffnung „noch aussteht“. Wann diese Entscheidung getroffen wird? Keine Auskunft.
Die fast 100 Jahre alte Freihafenelbbrücke wurde einmal gebaut, um im damaligen Freihafen eine eigene Elbquerung zu schaffen. Inzwischen ist sie stark sanierungsbedürftig, eine Grundinstandsetzung wurde allerdings verschoben. Im Jahr 2022 war die Brücke schon einmal bei einem Schiffsunfall beschädigt worden. Damals hatte ein betrunkener Kapitän das Bauwerk mit seinem Baggerschiff gerammt – die Bauarbeiten hatten vier Monate gedauert.
Sanierung von Neuer Elbbrücke dauert länger als geplant
Parallel zur Freihafenelbbrücke verläuft die Neue Elbbrücke, die die Hamburger Stadtteile Rothenburgsort und die Veddel miteinander verbindet und das zentrale Einfallstor zur Hamburger City ist. Diese wird seit Mai 2025 planmäßig stadteinwärts saniert, das sollte eigentlich bis Anfang November dauern.
Doch während der Arbeiten wurden laut dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) an den beiden Widerlagern „verdeckte Schäden und Konstruktionsmängel aus den 70er Jahren im Beton“ festgestellt. Das macht zusätzliche Arbeiten notwendig.
Das Bauzeitende verschiebt sich deshalb auf voraussichtlich Ende Februar 2026. In der Zeit stehen drei Fahrstreifen je Richtung zur Verfügung. Ab März ist es dann aber noch nicht geschafft, denn erst dann beginnt die Sanierung in Richtung stadtauswärts.
In der kommenden Woche wird dann auch noch die Amsinckstraße in Hammerbrook zum Nadelöhr: Ab Montag, 1. Dezember um 4 Uhr, bis Donnerstag, 4. Dezember um 8 Uhr, stehen stadteinwärts nur noch zwei statt drei Fahrspuren zur Verfügung, stadtauswärts sogar nur eine. Der LSBG warnt vor „erheblichen Verkehrsbehinderungen“. Seit Juli wird wird dort bereits gebaut, unter anderem werden die Haltestellen der Buslinie 3 modernisiert, die alten Mittelinseln entfernt und die Fahrbahn erneuert.