• Die Krox-Filiale am Sonnenweg in Hamburg-Tonndorf.
  • Foto: Marius Roeer

Schläge und Zerstörung: Blutiger Streit um Croque-Geschäft – Polizei ermittelt

Tonndorf –

Der Laden gleicht einem Trümmerfeld: herausgerissene Schranktüren, zerstörte Computer, Kassen und Kühlanlagen – und einen Axthieb in die spezielle Kochplatte gab es auch. Der Streit um einen Franchise-Vertrag mit der Lieferservice-Kette „Krox“ steht kurz vor der endgültigen Eskalation. Sogar Blut ist schon geflossen. Die Polizei ist eingeschaltet.

Marcelle (54) und Sabine Schust (51) betreiben schon seit Jahren den bekannten Lieferservice „Krox“. Drei Läden haben sie, einen führen sie in Billstedt selbst. Die anderen haben sie im Franchise-Verfahren verpachtet. Mit der Filiale am Sonnenweg gibt es nun besagten Streit.

Heftiger Streit um Croque-Laden „Krox“ in Hamburg 

Als der junge Pächter den Laden vor rund drei Jahren am Sonnenweg als Franchisenehmer übernommen hatte, waren alle Beteiligten zufrieden. Der Laden lief gut und brachte respektable Umsätze. Die Schusts hatten vertraglich alles fixiert, einen gut eingerichteten Laden übergeben und auch ihren vertraglichen Part erfüllt. Eine Win-Win-Situation für beide Parteien. Mitte vergangenen Jahres gab es dann unerklärliche Gewinneinbrüche.

Es gab und gibt Gerüchte, dass der Pächter sich mit einem zusätzlichen anderen Geschäft in Ahrensburg übernommen haben und den Überblick verloren haben soll. Laut den Schusts soll der „Krox“ am Sonnenweg regelrecht runtergewirtschaftet worden sein. Elektrische Einrichtungen und das Lieferauto waren defekt. Und auch sonst soll die Pflege des Inventars sehr nachgelassen haben.

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Der zerstörte Tresenbereich.

Foto:

Marius Roeer

Als der junge Mann dann Ende letzten Jahres um Auflösung des Franchise-Vertrages bat, waren die Schusts laut eigenen Angaben auch gesprächsbereit. Sie wollten den Pächter sogar auszahlen, stellten aber eine Gegenrechnung für neu anzuschaffendes Mobiliar und Equipment. Da sei der Pächter komplett ausgerastet: Zunächst soll er die Mietzahlung eingestellt, später dann seinen Bruder zu einer Aussprache mit Franchise-Geber Marcelle Schust geschickt haben. Doch die eskalierte, der Bruder forderte laut Schust Geld. Als es im verwehrt wurde, soll er auf sein Gegenüber eingeschlagen haben.

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Türen der Schränke sind herausgerissen.

Foto:

Marius Roeer

„Das fällt in den Bereich der räuberischen Erpressung“, erklärt Rechtsanwältin Ina Franck der MOPO. Sie vertritt die Schusts und hat Strafanzeige gestellt. Ein Kollege von ihr übernimmt die zivilrechtlichen Ansprüche. Damit nahm der Streit dann noch unangenehmere Formen an: In einer Nacht- und Nebelaktion soll der Pächter in den Laden eingedrungen sein und das Mobiliar zerschlagen haben. Bilder aus der Überwachungskamera sollen das belegen.

Streit um Croque-Laden: Polizei Hamburg ermittelt bereits

Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht. Denn als die Schusts deswegen erneut Strafanzeige stellten, soll ihr Pächter mit einen Anruf reagiert und dem Ehepaar einen „Hausbesuch“ angekündigt haben. „Der will uns sicher keine Blumen bringen“ sagt Marcelle Schust. Er und seine Frau Sabine leben nun in Angst und stehen in engem Austausch mit der Polizei.

Die ermittelt wegen Verdacht auf Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Doch auch das Einschalten der Polizei hält den Mann offenbar nicht davon ab, weiter zu wüten: Am vergangenen Mittwochnachmittag erschien er in der „Krox“-Filiale des Ehepaares an der Möllner Landstraße und richtete auch dort Schäden an. Auch hier musste die Polizei anrücken. Der Beschuldigte lehnte sowohl ein persönliches wie telefonisches Gespräch mit der MOPO ab.

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