Hamburg

Sauf-Exzesse und Müll beim Landstraßenfest: Bürger wenden sich an den Bezirk

Zerbrochene Flaschen und zahlreiche Scherben: Spuren des ersten Tags des Eppendorfer Landstraßenfests.

Eppendorfer Landstraßenfest wieder aus dem Ruder gelaufen. Anwohner wehren sich nun mit massiver Beschwerde.

Es sollte in diesem Jahr alles besser werden – doch dann kippte die Stimmung beim Eppendorfer Landstraßenfest erneut: Trotz mehr Security, mehr Toiletten und mehr Reinigungskräften lief das Event am letzten Mai-Wochenende wieder aus dem Ruder. Betrunkene Feiernde hinterließen Scherben und Müll, pinkelten in Hauseingänge und riefen mit Prügeleien die Polizei auf den Plan. Nun wehren sich mehrere Anwohner massiv – mit Beschwerden an den Bezirk.

Als „böses Erwachen“ beschreibt eine MOPO-Leserin die Situation am Sonntagmorgen (31. Mai), nachdem sich am Samstag bis zu 17.500 Menschen auf der Partymelide gedrängt hatten. „Mütter mit kleinen Kindern fegen am Eppendorfer Baum die Scherben weg, weil man keinen Zentimeter gehen kann, ohne in Scherben zu treten – tolles Eppendorfer Landstraßenfest“, so die Leserin. Sie sei „schockiert“.

Nun haben sich einige Anwohner mit sogenannten Eingaben, also offiziellen Beschwerden oder Bitten, an die Bezirksversammlung Nord gewandt. Darin schildern die Eppendorfer neben dem Suff-Vandalismus mit kaputtgeschmissenen Flaschen und Wildpinkeln auch ein Verkehrschaos durch Falschparker, berichtet das „Abendblatt“. 

Eppendorfer Landstraßenfest: Anwohner schildern Chaos

„Ab Sonnabendmittag konnte in der Isestraße nicht mehr geparkt werden, die Autos der Anwohner, unter anderem auch unser Pkw, wurden zugeparkt“, schreibt dem Bericht zufolge ein Einwohner in einer Eingabe. „Die Autos standen teilweise in zweiter und dritter Reihe, was ein absolutes Verkehrschaos und einen Sicherheitsmangel verursacht hat.“

Außerdem ist von U-Bahnen die Rede, die wegen Überfüllung nicht mehr an den Haltestellen Eppendorfer Baum und Klosterstern hätten halten können. Nachts hätten Jugendliche auf der Isestraße Knallkörper unter parkenden Autos gezündet. Die Lösungsideen der Anwohner: ein sofortiges Aus für das Landstraßenfest – oder eine Verlegung aufs Heiligengeistfeld.

„Eine Wiederholung dieser Situation kommt nicht infrage“, stellt der Veranstalter, die Bergmanngruppe, klar. Man sei „bereit für drastische Schritte“. Der Bezirk plant einen runden Tisch mit Anwohnern und anderen Beteiligten Anfang Juli.

Kommentare öffnen