Sabotage im Kaifu-Bad: Bundeswehr-Werbung abgehängt – Bäderland verhängt Hausverbot

Protest-Aktion im Kaifubad
Protest-Aktion im Kaifubad: Aktivisten haben das Bundeswehr-Plakat vom Sprungturm abmontiert und halten Schilder hoch.

Seit Tagen gibt es Ärger um ein Bundeswehr-Plakat im Kaifu-Bad. Jetzt haben Aktivisten die umstrittene Werbung für eine Soldaten-Karriere vom Sprungturm des Freibads entfernt. Es soll Jubel gegeben haben – aber auch Ärger.

Am Mittwochvormittag hatten verschiedene Lokalpolitiker, Anwohner und eine Friedensinitiative vor der Tür des Freibads am Kaiser-Friedrich-Ufer gegen die Militär-Werbung mit der Aufschrift „Karrieresprung – Marine kann Meer“ demonstriert. Aus ihrer Sicht haben solche Rekrutierungsversuche in einem öffentlichen Freibad, in dem sich jetzt im Sommer viele Kinder und Jugendliche aufhalten, nichts zu tun.

Kaifu-Freibad: Aktivisten klettern auf Sprungturm und entfernen Bundeswehr-Plakat

Offenbar haben sich im Anschluss mehrere der Aktivisten Zugang zum Freibad verschafft. Sie kletterten auf den Sprungturm und entfernten das strittige Plakat. Anschließend hielten sie Schilder hoch mit Sprüchen wie: „Keine Werbung für Töten und Sterben im Kaifu-Bad.“

Sprungturm im Kaifu-Bad mit Bundeswehr-Werbung
Bundeswehr-Werbung im Kaifu-Bad: das wieder aufgehängte Plakat am Donnerstagvormittag

Die MOPO konnte mit einem der Aktivisten sprechen. „Wir haben ganz brav Eintritt bezahlt und sind so ins Bad gekommen.“ Zu viert hätten sie die Befestigung am Sprungturm aufgeschnitten und das Plakat auf den Boden gelegt. „Wir haben es nicht beschädigt und auch nicht mitgenommen. Das wäre ja eine Straftat. Wir haben es nur abgenommen, unsere Schilder hochgehalten und unser Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen“, so der Mann, der lieber anonym bleiben möchte.

Protest-Aktion im Kaifu-Bad: Bäderland erstattet Anzeige

Das städtische Unternehmen Bäderland sieht das nicht ganz so entspannt. „Nach Ende der Kundgebung haben offenbar mehrere Teilnehmer an einem anderen Badeingang Eintritt gezahlt und sich so Zugang zum Bad verschafft“, erklärte ein Bäderland-Sprecher. Die Personen seien nicht der Demo-Gruppe zuzuordnen gewesen.

„Im Bad wurde von diesen Personen dann fremdes Eigentum beschädigt und politische Parolen kundgetan, woraufhin die Personen ein Hausverbot erhielten und hinausgeleitet wurden“, so der Sprecher. Man habe den Vorfall zur Anzeige gebracht.

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Am Donnerstag ist im Kaifu von der Aktion nichts mehr zu sehen. Kinder und Jugendliche springen fröhlich vom Sprungturm. Erwachsene aalen sich auf der Wiese in der Sonne. Auf der Höhe des Dreiers hängt das Plakat wieder, als wäre nichts geschehen. Den Rumpf des Turms schmückt ein Kriegsschiff. An der friedlichen Atmosphäre im Freibad ändert das nichts.