S-Bahn mit Party-Modus und Putzroboter: Der Zug der Zukunft steckt voller Gimmicks

Per Knopfdruck wird der Waggon in rotes Licht getaucht.
Per Knopfdruck wird der Waggon in rotes Licht getaucht.

Lounge-Licht, ein ausfahrbarer Putz-Roboterarm und spezielle Abstellplätze für Fahrräder: Könnten so einmal die Züge der Hamburger S-Bahn aussehen? Beim Nahverkehrskongress, der derzeit in Hamburg stattfindet, präsentiert das Unternehmen seinen neuen „Ideenzug“. Es gibt noch weitere Unterschiede zu heutigen Modellen.

Das Erste, was beim Betreten des lebensgroßen Zug-Modells auffällt, ist der Platz: Tatsächlich ist der Wagen aber nicht breiter, die gläsernen Raumtrenner und vereinfachten Haltestangen in der Mitte lassen ihn nur so wirken. Ein paar Zentimeter breiter sind aber tatsächlich die drei Türräume – nämlich 1,40, 1,50 und 1,60 Meter im Gegensatz zu den herkömmlichen 1,35 Metern.

So könnte der S-Bahn-Waggon der Zukunft aussehen

„Wir nennen das hier auch unser Ideenbuffet. Damit wollen wir den Leuten zeigen, was in einer S-Bahn in Zukunft alles möglich wäre“, erklärt S-Bahn-Chef Jan Schröder bei einem Rundgang der MOPO durch den Zug. Insgesamt 20 unterschiedliche Hersteller zeigen hier ihre Ideen und Visionen. Zunächst hatte „Nahverkehr Hamburg“ berichtet.

„Das ist mein persönliches Highlight: ein Roboter-Arm, der auf Knopfdruck die Sitze reinigt“, sagt Schröder. Aus der Decke wird der Arm ausgeklappt, der innerhalb weniger Sekunden über das Polster der Sitze fährt. Die meisten Züge seien ja ständig in Betrieb, so könnten aber auch kurze Pausen effektiv genutzt werden.

Blick in Modell-Bahn
Ein Roboter-Arm kann per Knopfdruck ausgefahren werden, um die Sitze zu reinigen.

Die Sitz- und Stehbereiche in dem Waggon sind ebenfalls neu konzipiert: Einige der Sitzplätze lassen sich auf Knopfdruck elektrisch einklappen. Sinnvoll wäre so etwas zum Beispiel, wenn es im Feierabendverkehr besonders voll wird. Zu allen anderen Zeiten blieben die Sitze in ihrer klassischen Vierer-Konstellation. Dazu gibt es auch mehrere Klappsitze, laut der Deutschen Bahn mit extra weichem Polster.

Jan Schröder ist seit Juli 2024 Chef der Hamburger S-Bahn.
Jan Schröder ist seit Juli 2024 Chef der Hamburger S-Bahn.

Überall im Zug hängen zudem Displays: „Wir hoffen, damit die Leute besser leiten und orientieren zu können“, sagt S-Bahn-Chef Schröder. „Sie sehen so schon im Vorfeld, welche Waggons besonders voll sind oder wo sie sich am besten beim Rausgehen platzieren, um ihr Ziel zu erreichen.“ Das sei nicht nur hilfreich für die Fahrgäste, sondern auch, damit die Züge pünktlich abfahren könnten.

Einen Extra-Platz gibt es währenddessen für Fahrräder, die am Sattel unter einem Stehtisch angebracht werden und so nicht mehr festgehalten werden müssen. Ein großes Fahrradpiktogramm im Außenbereich des Zuges zeigt an, ob die Plätze schon besetzt oder noch verfügbar sind. Drinnen gibt es ein kleines Display mit dem digitalen Avatar einer Künstlichen Intelligenz, die Fragen zu Routen und Ausfällen beantworten kann.

Die Künstliche Intelligenz beantwortet Fragen zu Routen und Störungen.
Die Künstliche Intelligenz beantwortet Fragen zu Routen und Störungen.

Für besonderes Ambiente soll zudem die Beleuchtung sorgen, bei der der Fahrer zwischen Tag- und Nachtmodus wechseln kann. „Die verschiedenen Farbstimmungen sollen dabei helfen, dass sich die Fahrgäste wohler fühlen, also dass nachts zum Beispiel das Licht nicht mehr so grell ist“, sagt Siri Eckold, Mitarbeiterin der Deutschen Bahn. Einen speziellen Button gibt es auch noch: den „Party Modus“. Eckold muss lachen. Per Knopfdruck wird der ganze Waggon in rotes Licht getaucht. Das sei aber eher ein Gimmick für die Messe.

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„Das ist hier alles erst einmal eine große Idee“, sagt sie. „Ob alles genau so mal kommt, müssen wir dann mal schauen.“ Ein konkreter Zeit- oder Fahrplan existiert jedenfalls noch nicht.