Riesiger Davidstern: So gedenkt Hamburg der Holocaust-Opfer
Zu sehen sein wird das Kunstwerk nur aus der Luft: Mit einem riesigen Davidstern wird Hamburg am Dienstag auf dem Joseph-Carlebach-Platz der Opfer des Holocaust gedenken. Die Stiftung Bornplatzsynagoge und die Künstlerin Valérie Wagner laden die Bürger dazu ein, Kerzen mitzubringen und Teil der Formation zu werden.
Es ist die sechste und letzte Aktion der Künstlerin Valérie Wagner, die im vergangenen Jahr mit ihrem Kunstprojekt „Seite an Seite“ zur Sichtbarmachung jüdischen Lebens im öffentlichen Raum begann. Dabei fotografierte sie Menschen, die sich zu Davidsternen auf dem Feldstraßenbunker, Rathausmarkt, am Elbstrand, vor der Kunsthalle und im Hafen aufgestellt hatten, mit einer Drohne aus der Vogelperspektive.
Kunstaktion: Hamburger stellen sich zu Davidstern auf
Nun also an dem Ort, an dem die größte Wunde aus der NS-Zeit klafft: Dort, wo bis zur Pogromnacht 1938 die Bornplatzsynagoge stand, die nun wieder aufgebaut wird, soll der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee gedacht werden.
Die Kunstaktion gegen Antisemitismus beginnt um 16.15 Uhr und dauert bis etwa 17.30 Uhr. Teilnehmer werden gebeten, warme und dunkle Kleidung zu tragen und zwei Kerzen mitzubringen. Während der Veranstaltung wird es eine kurze Ansprache durch die Historikerin und Leiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Anna von Villiez, geben. Landesrabbiner Shlomo Bistritzky spricht das Gebet El male rachamim zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.
Das Foto des menschlichen Davidsterns soll ebenso wie die anderen fünf aus der Serie im Juni 2026 zur Triennale der Photographie in Hamburg ausgestellt werden.
Holocaust-Gedenktag am 27. Januar: Zahlreiche Veranstaltungen in Hamburg
Neben der Aktion auf dem Joseph-Carlebach-Platz zum diesjährigen Holocaustgedenktag lädt auch die Konrad-Adenauer-Stiftung zu einer Diskussion mit dem Titel „Gegen das Vergessen“ ins Politische Bildungsforum, Stephansplatz 2–6, ein. Los geht es um 18.30 Uhr.
Die KZ‑Gedenkstätte Neuengamme veranstaltet im Haus des Gedenkens (Jean-Dolidier-Weg 75) eine partizipative Lesung mit dem Titel „Ihr jungen Leute müsst jetzt unsere Arbeit weitermachen“. Zeitraum: 17 bis 18 Uhr.
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Im großen Sitzungssaal des Bezirksamts Hamburg-Nord (Robert-Koch-Straße 17) findet ab 18 Uhr eine Feierstunde zur „Woche des Gedenkens“ mit der polnischen Generalkonsulin Marzena Szczypułkowska-Horvath sowie Vertretern der Willi-Bredel-Gesellschaft statt.
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