Restaurant ging mit vernichtenden Kritiken viral – so geht es den Gastronomen heute

Das thailändische Restaurant „Sabai Dee Mai“ im Westfield-Center
Das thailändische Restaurant „Sabai Dee Mai“ im Westfield-Center

„Enttäuschend!“, „Die reinste Katastrophe!“: Für das thailändische Restaurant „Sabai Dee Mai“ im Westfield-Center hagelte es kurz nach der Eröffnung vernichtende Kritiken. Doch die Betreiber gingen in die Offensive und schilderten auf Social Media selbst ganz ehrlich, was alles schiefgelaufen ist. Hat sich die Offenheit gelohnt? Die MOPO hat mit dem Inhaber gesprochen.

Es ist der Albtraum eines jeden Gastronomen: Direkt nach der Eröffnung hagelte es schlechte Kritiken. Genau das ist dem thailändischen Restaurant „Sabai Dee Mai“ im Westfield-Center (HafenCity) passiert. Kurz nach dem Start fanden sich vernichtende Kommentare bei Google: „Schon beim Ankommen hatte man nicht das Gefühl, als Gast willkommen zu sein“, schrieb jemand. „Das Essen war lieblos zubereitet und geschmacklich enttäuschend.“ Oder: „Wartezeit zu lang“, „Plastikteil im Essen“.

Thailändisches Lokal in Hamburg geht offen mit schlechten Kritiken um – und profitiert dadurch

Doch die Betreiber gingen daraufhin einen ungewöhnlichen Schritt: Sie veröffentlichten im Juni auf Instagram selbst die negativen Kritiken – und gelobten Besserung. „Wir wollen euch zeigen, was hinter unseren Kulissen abgeht, offen und ehrlich“, sagte eine Mitarbeiterin in einem Video. „Und mit eurer Hilfe wollen wir besser werden.“ Denn ein Kommentar habe sie ganz besonders getroffen. Jemand schrieb: „Wir kommen nie wieder!“

Dann schilderte sie, woran aus ihrer Sicht der misslungene Start lag: Bei der Eröffnung seien sie nicht auf den Ansturm vorbereitet gewesen, das Team war noch nicht eingespielt und dann kam noch ein Wasserrohrbruch dazu. Die Mitarbeiterin: „Was uns am meisten leid tat: Der Geschmack saß leider auch noch nicht.“

„Sabai Dee Mai“: So geht es dem Lokal ein halbes Jahr nach den vernichtenden Kritiken

Hat sich die Ehrlichkeit der Gastronomen ausgezahlt? Die MOPO fragt jetzt, rund ein halbes Jahr später, nach: „Wir sind zwar noch nicht ganz bei dem, was wir erreichen wollen“, sagt Teilinhaber Ha Le (45). „Aber unser Video hat sich definitiv gelohnt. Wir sind dadurch viel bekannter geworden. Seitdem kommen mehr Gäste, wir machen mehr Umsatz.“

Mittlerweile kämen Gäste auch extra für ein Essen im „Sabai Dee Mai“ zum Westfield und nicht nur zum Shoppen. Auch die Bewertungen seien heute deutlich positiver: „Wir haben die Kritik ernst genommen und uns beim Essen und im Service wirklich verbessert“, so Ha Le. „Die Gäste merken, dass wir gekämpft und uns viel Mühe gegeben haben.“

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Auf der Karte des „Sabai Dee Mai“ (bedeutet auf Thailändisch „Wie geht es dir?“) gibt es Gerichte wie Tom Kha Suppe, Garnelen aus dem Wok mit Ingwer oder ein Massaman-Curry mit Entrecôte. Der Bestseller sei aber das Pad Thai, gebratene Reisnudeln mit süß-scharfer Soße.

„Wir sind auch weiterhin dankbar für Kritik“, sagt Ha Le. „Nur so können wir sehen, wo wir stehen und Probleme angehen.“