Räumen, Streuen, Großeinsätze: Das kostet uns der Schnee-Winter
Gefühlt ist die Nachricht seit Wochen jeden Tag zu hören: „Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg ist im Volleinsatz.“ Heißt: 728 Männer und Frauen räumen, schippen, streuen. Schon jetzt steht fest: Der übliche Millionenetat für den Winterdienst wird in diesem Jahr nicht ausreichen.
Was wird üblicherweise für den Winterdienst eingeplant?
Im Hamburger Etat sind seit einigen Jahren rund 12,5 Millionen Euro als „Erstattungsbetrag“ für den Winterdienst der Stadtreinigung eingeplant. Das wird angesichts des Ausnahmewinters aber nicht reichen, so viel steht bereits fest.
Zum Vergleich: 2010 war der letzte heftige Schneewinter. Damals lag das reguläre Winterdienst-Budget bei 6,9 Millionen Euro, die Stadtreinigung hatte am Ende aber 14 Millionen Euro ausgegeben. Wie viel uns der aktuelle Schnee-Winter kostet, wird im April ausgerechnet, wenn der Winterdienst endet.
Was verursacht die Kostensteigerung beim Winterdienst?
Es musste etwa Streusalz nachgekauft werden – und weil alle Kommunen Streusalz brauchen, sind die Preise gestiegen. Die Gemeinde Seevetal im Hamburger Speckgürtel etwa ist völlig blank, was Salz angeht.
In Hamburg stieg der Verbrauch zusätzlich, weil der Senat der Stadtreinigung bis zum 13. Februar ausnahmsweise erlaubt hatte, auch Geh- und Radwege mit Tausalz zu streuen. Normalerweise werden nur Straßen abgetaut. Außerdem wurden bislang 20 „Volleinsätze“ gefahren, mehr als doppelt so viele wie in einem „normalen“ Winter.
Schieben die Mitarbeiter der Stadtreinigung nun massenhaft Überstunden vor sich her?
Nein, die 728 Winterdienstler sind sonst für Straßenreinigung, das Sauberhalten von Grünanlagen und das Leeren von öffentlichen Papierkörben zuständig und erledigen den Winterdienst weitgehend in ihrer regulären Arbeitszeit. Zusätzlich beauftragt die Stadtreinigung noch Subunternehmen aus dem Garten- und Landschaftsbau, die etwa Bushaltestellen von Hand abstreuen.
Wenn gerade mal kein „Volleinsatz“ gefahren wird, sind dann trotzdem Winterdienstler unterwegs?
Ja, erklärt Kay Goetze, Sprecher der Stadtreinigung: „Rund 30 sogenannte ‚Sofortrufer‘ sind in jeder Nacht unterwegs und streuen etwa Brücken ab. Alleine an der Köhlbrandbrücke hatten wir mehr als 50 Streueinsätze.“