Radstraße der Kontraste: Mal Buddha, mal Bar
Vorfahrt für Radfahrer: Die Thadenstraße zwischen Altona und St. Pauli ist seit dem Umbau vor drei Jahren so gut wie autofrei. So kann man hier ganz entspannt Rad fahren und nebenbei einiges entdecken. Cafés und Bars gehören genauso dazu wie ein verwunschener Park, Traditionsgeschäfte, ein altes Stiftsgebäude und ein buddhistisches Zentrum.
„Kapitel 3“ – ein Kapitel für sich
Nur ein paar Schritte von der Thadenstraße entfernt liegt das „Kapitel 3“ in der Hospitalstraße 69, ein außergewöhnliches Café, das einen Abstecher von der Thadenstraße lohnt. Ihre Leidenschaft für gute Literatur kombinieren die Inhaberinnen Helena Gerwin und Nora Batinić mit ihrer zweiten Leidenschaft – der für guten Kaffee und Kuchen. Lesen und Kaffee trinken lässt es sich an diesem gemütlichen und inspirierenden Ort also bestens verbinden (dienstags Ruhetag).
Thadenstraße: Geschäfte mit Tradition
Schon seit mehr als 100 Jahren ist Kurt Gaden an der Ecke Holstenstraße die erste Adresse für Berufskleidung. Zimmerleute und Dachdecker finden hier Zunftkleidung aus der hauseigenen Manufaktur, und begrüßt werden Kunden mit dem traditionellen Handwerkergruß „Mit Gunst und Verlaub“. Geöffnet ist von 9 bis 18 Uhr, samstags bis 13 Uhr.
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Nicht ganz so lange, aber immerhin auch schon seit 1995 betreibt Sven Eden den „Riders Room“ in der Thadenstraße 4. Nicht nur Motorradfahrer finden hier passende Kleidung. Neben hochwertigen Schuhen des US-Herstellers Red Wing gibt es Ledergürtel, Jeans von Pike Brothers und Wolldecken von Pendleton. Geöffnet ist täglich außer montags von 11 bis 18.30 Uhr, samstags bis 16 Uhr.
Parklandschaft mit verwitterten Grabmalen
Verwitterte Grabmale, lange Alleen und Grünflächen – der Wohlers Park, ein ehemaliger Friedhof, ist das ganze Jahr über ein Lieblingsort für alle, die eine Pause vom Straßenlärm brauchen. Im Sommer trifft man sich zum Picknicken und Grillen, im Winter ziehen Jogger und Spaziergänger ihre Runden.
Gut essen und trinken
Dicht am Park liegt das „Wohlers“, beliebtes Bar-Restaurant mit Wohnzimmeratmosphäre und regionaler Küche. Geöffnet hat das „Wohlers“ täglich von 17 bis 22 Uhr. Bereits mittags schmecken Pho und Ramen im vietnamesischen Restaurant „Ume No Hana“, das täglich von 12 bis 22 Uhr geöffnet hat und immer gut besucht ist.
Besuch bei Buddha
Das „Buddhismus Zentrum Hamburg“ der Karma-Kagyü-Linie ist eines der größten buddhistischen Zentren Deutschlands. Rund 500 Mitarbeiter sind hier ehrenamtlich im Einsatz. Gegründet wurde das Zentrum in den 1970er Jahren von Lama Ole Nydahl. Neben einer Halle für Meditation und Vorträge, einer buddhistischen Bibliothek, einem Shop mit buddhistischer Literatur und Kunsthandwerk und einem Seminarraum gehören auch Mietwohnungen für die mehr als 40 Bewohner und ein Café zum Zentrum. Zur täglichen Abendmeditation und anderen Veranstaltungen ist jeder auch ohne Voranmeldung eingeladen und willkommen.
Hüte und Mützen aus der „Gorilla“-Manufaktur
Individuelle Hüte, Mützen und Accessoires von „The Girl and the Gorilla“ gibt es in ausgewählten Geschäften oder online zu kaufen. Hergestellt werden sie in der Manufaktur an der Thadenstraße/Ecke Bernstorffstraße. Geöffnet ist zu besonderen Anlässen – zum Beispiel zum Lagerverkauf.
Haus mit Geschichte
Ein Haus mit langer Geschichte ist das Benjamin-Leja-Stift in der Thadenstraße 122. Zur Unterbringung von Bedürftigen stifteten zahlreiche wohlhabende Hamburger Juden vor allem im 19. Jahrhundert „Wohltätigkeitsanstalten“ oder stellten Stiftungshäuser zur Verfügung. Mittellose Personen, gleich welcher Konfession, sollten in den Freiwohnungen leben können, die der Optiker Benjamin Leja in der Thadenstraße 122 eingerichtet hatte. Heute leben in 104 kleineren Wohnungen vor allem ältere, alleinstehende Frauen.