Hamburg
Psychotherapeuten schlagen Alarm: Sparpaket gefährdet Praxen
Zuerst wurden die Honorare gekürzt, jetzt soll die Mindestvergütung gestrichen werden: Ein Bündnis befürchtet das Aus für viele Praxen.
Kürzlich bekanntgewordene Änderungsanträge zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sehen die Streichung der gesetzlichen Mindestvergütung für ambulante Psychotherapie vor. Nun formiert sich Widerstand – auch in Hamburg.
„Mit großer Sorge reagieren wir auf die kurzfristig bekannt gewordenen Änderungsanträge zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Diese sehen vor, den gesetzlichen Anspruch auf eine angemessene Vergütung zeitgebundener psychotherapeutischer Leistungen aus dem SGB V zu streichen“, so Janina Allers vom Hamburger Aktionsbündnis Psychotherapie.
Änderung gefährdet die Existenz von psychotherapeutischen Praxen
Laut dem Bündnis würde die geplante Streichung „das Aus für viele psychotherapeutische Praxen bedeuten und damit tausende Hilfesuchende vor verschlossene Türen stellen“. Dabei würden längere Wartezeiten zu Chronifizierungen, höheren Suizidraten, längeren Arbeitsausfällen, Schulabsentismus und Suchtgefährdung führen.
Das Bündnis wirft Gesundheitsministerin Nina Warken daher vor, „das Sparnarrativ ad absurdum zu führen“. Begründet wird die Kritik damit, dass durch die Maßnahmen langfristig deutlich höhere Kosten entstehen würden. Das Bündnis befürchtet zudem, die Änderungen könnten langfristig den Einstieg in einen Rückzug der ambulanten Psychotherapie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen bedeuten.
Eilkundgebung am Donnerstag auf dem Heidi-Kabel-Platz
Anlässlich der Beratungen im Gesundheitsausschuss ruft das Bündnis zu einer spontanen Kundgebung auf. Diese findet am Donnerstag von 18 bis 19.30 Uhr am Hauptbahnhof auf dem Heidi-Kabel-Platz statt. Die Veranstalter wollen damit auf die immer prekärer werdende psychotherapeutische Versorgungslage aufmerksam machen.
Denn zum 1. April 2026 wurde den Psychotherapeuten bereits das Honorar um 4,5 Prozent gekürzt – trotz massiver Kritik und Protesten. Den Gesundheitsausschuss ruft es außerdem dazu auf, gegen die Änderungen zu stimmen.
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