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„Flach“ und „armselig“: Til Schweiger motzt über die deutsche Filmbranche

Til Schweiger (55) hält auch in der Öffentlichkeit mit seiner Meinung nicht hintern Berg

Til Schweiger (55) hält auch in der Öffentlichkeit mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. (Archivbild)

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dpa

Dass Til Schweiger gerne mal ein bisschen rummotzt, ist nichts Neues. Diesmal hat der Schauspieler gegen die deutsche Filmbranche ausgeholt. Aber: Er kritisiert auch seine eigenen kreativen Film-Ergüsse.

Im Podcast von „Online Markteing Rockstars“-Gründer Philipp Westermeyer plauderte der Filmemacher und Unternehmer nicht nur über seine Zukunftspläne und entgleitete Postings auf Social Media, sondern redete sich auch etwas in Rage, als es um die deutsche Filmbranche ging. 

Til Schweiger: „Viele geförderte Drehbücher sind Mist“

So gefalle Schweiger nicht, wie hierzulande die Filmförderung vergeben werde: „Es werden hier so viele Filme gefördert, wo schon das Drehbuch einfach nur Mist ist. Da kann dann auch der Film nicht mehr spannend werden“, sagt der 55-Jährige.

Für Schweiger ist der Grund klar: „Das sind meistens irgendwelche verkrachten Filmproduzenten, die selber nie so richtig erfolgreich waren. Und die entscheiden dann, wer Geld bekommt."

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Sein Flop-Film kassierte auch hohe Summen an Fördergeldern

Aber: Auch der Schauspieler selbst geriet erst vor Kurzem in die Kritik wegen der Vergabe von Fördergeldern. So bekam er für das gefloppte US-Remake seines Films „Honig im Kopf“  knapp eine halbe Million Euro von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.

Weitere Fördergelder flossen noch von der Filmförderung Berlin-Brandenburg und dem Deutschen Filmförderfonds – insgesamt rund vier Millionen Euro! 

Der CDU-Abgeordnete Dietrich Wersich kritisierte in der MOPO: „Es bewerben sich so viele Filme um die knappen Gelder. Wieso bekommt ausgerechnet dieses Remake so viel Geld?“

Für „Honig im Kopf“ kassierte Schweiger bereits 750.000 Euro von der Filmförderung

Für das deutsche Original, das Schweigers erfolgreichster Film war, hatte er 2014 schon 750.000 Euro von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein bekommen. Für das Remake „Head Full of Honey“ gab's dann nochmal richtig was oben drauf. 

Der Politiker kritisierte weiter, dass deutsche Schauspieler in der US-Version nur in Kleinstrollen vorkommen, kaum Deutsch gesprochen werde und der Original-Film finanziell so erfolgreich war und eigentlich ohne Fördergelder hätte auskommen können. Die Kritik ließ Til Schweiger damals unkommentiert. 

Til Schweiger: Deutsche Filme sind „flach“ und „armselig“

Das Gemecker des Filmemachers ging aber noch weiter, der Stil vieler deutscher Film-Produktionen gefalle ihm nicht, so Schweiger: „Schon als Kind habe ich mich geärgert, wenn ein Film scheiße fotografiert war. Es gab Filme wie 'Butch Cassidy and the Sundance Kid', bahnbrechend fotografiert. Und dann guckst Du dir irgend so einen deutschen Film an und es sieht alles so flach und armselig aus“. 

Doch ein bisschen Platz für Eigenkritik ist auch bei Til Schweiger drin. So räumte er ein, dass sein früherer Erfolgsfilm „Der bewegte Mann“ keine wirkliche Glanzleistung gewesen sei: „Toller Film, aber die Kamera ist so schlecht, das Licht ist so kacke. Das ist so hässlich, das sieht aus wie bei der Lindenstraße“, gibt der 55-Jährige im Podcast zu.